Im "Schwarzen Walfisch" knisterte es

Das Goldpaar in  seinem zweiten Zuhause, dem Wohnmobil. Foto: knäpper
Das Goldpaar in seinem zweiten Zuhause, dem Wohnmobil. Foto: knäpper

Heute feiern die Hahnheisers ihre goldene Hochzeit

shz.de von
02. Juni 2012, 03:59 Uhr

Norderstapel | Goldene Hochzeit feiern Gerhard Hahnheiser und seine Frau Ursula Maria, geborene Massow, am heutigen Tag - und hoffen auf besseres Wetter als vor 50 Jahren bei der Trauung in der Marienkirche in Husum. Denn damals wurden die Spalier stehenden Kameraden des Bräutigams aus Flensburg-Weiche doch recht nass.

Der geborene Husumer hatte nach der Schule eine Lehre in seinem Traumberuf als Koch absolviert und war über Bundeswehr und das Gaststättengewerbe schließlich als Küchenleiter in der Justizvollzugsanstalt Kiel gelandet, wo er 29 Jahre lang die 300 bis 500 Insassen beköstigte - und vielen die ersten Grundbegriffe des Kochens beibrachte, die sie dann in der Justizvollzugsanstalt Neumünster vollendeten.

Ursula Maria Massow erlebte als Kind mehrere Fluchten: erst von Pommern nach Sachsen-Anhalt und nur wenige Jahre später mit ihrer Mutter und drei Geschwistern zum Vater nach Sylt. Als gelernte Einzelhandelskauffrau landete sie schließlich ebenfalls im Hotel- und Gaststättengewerbe. Im "Schwarzen Walfisch" in Flensburg knisterte es dann zwischen dem Kochlehrling und seiner Zukünftigen. Beim Pommerntreffen in Kiel 1961 probierte Gerhard Hahnheiser heimlich den Verlobungsring aus - und bekam ihn nicht mehr vom Finger. "Das war dann wie ein Zeichen", meinten die beiden und schmunzeln. Die Verlobungszeit dauerte über ein Jahr, bis die Kirchenglocken an dem besagten regnerischen Tag läuteten. Ein Sohn und eine Tochter bereicherten die Ehe, und wenn die Enkelkinder besucht werden ist die Freude immer groß.

Seit zwölf Jahren wohnen Hahnheisers in ihrem Altersruhesitz in Norderstapel, aber oft zieht es sie in die Welt hinaus. Denn seit über 20 Jahren geht es mit dem Wohnmobil kreuz und quer durch Europa. Die längste Fahrt führte in sechseinhalb Wochen einmal rund um die Ostsee. Gesundheitlich ging es vor allem in den letzten Jahren nicht immer gut, aber die schönen Erlebnisse auf den Fahrten, die Kinder und Enkelkinder haben immer alles aufgewogen.

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