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Landeszeitung

18. August 2017 | 18:41 Uhr

Im Sammeltaxi zum Wochenmarkt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Mobil auf dem Land“ – Alternativen zum Auto / Folge-Veranstaltung geplant

Als „Produkt des Abends“ bezeichnete Ulf Ralfs (Bündnis ’90/Die Grünen) den Vorschlag von einem sogenannten Wochenmarkt-Sammeltaxi. Während der Informationsveranstaltung „Mobil auf dem Land“ am Mittwochabend im Sportheim, wurde dieses Modell genannt und die Vorteile hervorgehoben. So unterstütze man nicht nur den Wochenmarkt in Nortorf, der jeden Mittwoch und Sonnabend auf dem Marktplatz stattfindet, sondern auch ein Taxiunternehmen. Hauptargument sei jedoch, dass sowohl ältere Bürger, als auch jene ohne Auto die Möglichkeit haben, ihren Einkauf zu erledigen, obwohl sie selbst nicht mobil seien, erläuterte Ralfs.

Dass eine geforderte Tempo-30-Zone von Ortsschild zu Ortsschild nicht nur eine vorrübergehende Idee sei, betonte Ralfs noch einmal in seinem Vortrag. „Wir meinen das sehr ernst“, sagte der Langwedeler, „wir wollen den Geschwindigkeitsrausch endgültig beenden“ und erhielt dafür auch Unterstützung von seinem Parteikollegen Detlef Matthiesen. Dieser betonte zudem, dass der Lkw-Verkehr pro Jahr um drei Prozent steige. Ein Lkw habe die Zerstörungskraft von rund 10 000 Pkw, die Straßen stünden also unter großer Belastung und müssten geschont werden. Deshalb sei es auch wichtig, Alternativen zum Auto aufzuzeigen.

Geophysiker Holger Busche referierte über den Schienenverkehr in Schleswig-Holstein und besonders in den dörflichen Gegenden. „Schiene schont Straße“, ist sein Motto. Während die Nachfrage nach Bussen sinke, steige die Nachfrage nach Zügen, erklärte Busche. Jedoch gäbe es weiterhin große Schwierigkeiten, so zum Beispiel bei den Verbindungen oder den Wegen zur Haltestation, die auch bewältigt werden müssten. Stefan Barkleit, Landesvorsitzender Pro Bahn, untersützte Busches Ansichten. Auch er wies auf die steigenden Fahrgastzahlen hin, welche ein Indiz dafür seien, dass die Bahn immer mehr bevorzugt werde.

Dass eine Verkehrswende zwingend notwendig sei, erläuterten nicht nur die Fachleute, auch ein Langwedeler Bürger forderte während der Veranstaltung mehr Alternativen. Eine Diashow mit Bildern zeigte die erheblichen Schäden an Haus und Grundstück auf. Es bestünde dringender Handlungsbedarf. Trotz Einladung schaute Langwedels Bürgermeister Holger Spießhoefer nicht vorbei. Auch andere Amtsinhaber interessierten sich offensichtlich nicht für das Thema. Auf Nachfrage der Landeszeitung sagte Holger Spießhoefer, dass er auf einer Sitzung in Bordesholm war. Zudem sei das Thema nicht neu, eine Tempo-30-Zone durch das Dorf unterstütze der Bürgermeister sehr, „aber die andere Sitzung war nun mal eben wichtiger.“

Über das mangelnde Interesse ärgerte sich Ulf Ralfs zwar ein wenig, er hatte aber mit dem Nicht-Erscheinen bereits gerechnet.

Am Abend konnte die Seniorenproblematik nicht ausreichend vertieft werden, bedauerte Ulf Ralfs, versprach aber, das Thema in der nächsten Veranstaltung, die am Mittwoch, 27. November, 19 Uhr, im Sportheim stattfinden wird, mehr zu berücksichtigen. Dann sollen auch Schwerpunkte gesetzt und verteilt werden, versprach Ralfs. Bedruckte Jute-Beutel mit der Aufschrift „Langwedel“ sollen dann auch an die Bürger verteilt werden. Leute, die diese tragen, signalisieren vorbeifahrenden Autofahrern, dass sie mitgenommen werden wollen.

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