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Sehestedt : Im Forst ebenso zu Hause wie in der Dorfkirche

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In der LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“ stellt Juliane Rumpf ihre Heimat Sehestedt vor.

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie führt Juliane Rumpf durch Sehestedt.

Sehestedt Lieblingsorte? Da muss Juliane Rumpf nicht lange überlegen. „Die Kirche St. Peter und Paul.“ Hier wurde sie getauft und konfirmiert, hier hat sie geheiratet. In Krippenspielen hat sie als Kind mitgewirkt und war im Posaunenchor. „Die Kirche begleitet mich ein ganzes Leben lang“, stellt Juliane Rumpf fest. „Mit fröhlichen und traurigen Erinnerungen.“ Ihre Eltern und Großeltern sind auf dem Friedhof beigesetzt, der direkt an der Kirche liegt, die 1318 erstmals urkundlich erwähnt wird. Für Juliane Rumpf ist St. Peter und Paul ein Ort der Ruhe. Besonders gern geht sie in den Altjahresgottesdienst am 31. Dezember. „Da kann ich zu mir finden und das Jahr reflektieren. Das ist wirklich schön.“

Seit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals ist Sehestedt geteilt. „Das spüren wir heute noch“, stellt Juliane Rumpfe fest. Mit lange Wartezeiten an der Fähre müssen die Dorfbewohner rechnen, wenn zum Beispiel auf dem Himbeerhof Steinwehr auf der Südseite Veranstaltungen sind. Aber die Fähre sorge auch für viel Freude, wenn zum Beispiel beim Kinderfest oder beim Laternenumzug der Kapitän auf dem Kanal einige Kreise dreht.

Für die Sehestedter sei der Nord-Ostsee-Kanal ein deutliches Wirtschaftbarometer. „An der Zahl der Frachter können wir die Lage einschätzen.“ Für sie hat der Kanal aber auch mit Fernweh zu tun, wenn Kreuzfahrer oder Segelschiffe („besonders die alten holländischen Holzboote“) vorbeifahren. Und auch mit köstlichem Fisch, den sie manchmal von einem befreundeten Angler bekommt.

Wenn sie bei der Fährfahrt an das Nordufer auf die Kirche zufahre, sei das für sie ein Zeichen, nach Hause zu kommen. Hier wurde sie geboren. Nur während des Studiums und der ersten Berufsjahre hat sie in der Stadt gewohnt. „Dann habe ich mich bewusst für die Rückkehr nach Sehestedt entschieden“, macht Juliane Rumpf (58) deutlich. Sie hat in Kiel Agrarwissenschaft studiert und über das Verhalten von Milchkühen in Laufställen promoviert. Von 2009 bis 2012 war Juliane Rumpf schleswig-holsteinische Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume im Kabinett von Peter Harry Carstensen. Heute setzt sie sich als Gemeindevertreterin für ihr Heimatdorf Sehestedt ein.

Gern ist sie am Nord-Ostsee-Kanal unterwegs, aber sie hat einen weiteren Lieblingsplatz, nicht weit entfernt. Der 300 Hektar große Sehestedter Forst zieht sie immer wieder an. „Besonders wenn es stürmt oder regnet. Dann kann man hier besser laufen als am Kanalufer. Und man hört ab und zu einen Specht.“


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