Orchesterakademie : Im Festival-Land sagt man „Moin“

Vorfreude auf den Musiksommer: Festivalintendant Dr. Christian Kuhnt, Pate Dr. Norbert Klause, Musiker Gion Claudio Francesco Rossini und Pate Prof. Dr. Georg Plate von der Nordakademie (von links).
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Vorfreude auf den Musiksommer: Festivalintendant Dr. Christian Kuhnt, Pate Dr. Norbert Klause, Musiker Gion Claudio Francesco Rossini und Pate Prof. Dr. Georg Plate von der Nordakademie (von links).

Die Musiker der Orchesterakademie sind in Rendsburg angereist. Jetzt werden Paten für die jungen Künstler gesucht.

shz.de von
08. Juli 2015, 12:00 Uhr

Bis zu 1700 Nachwuchs-Musiker zwischen 16    und 26 Jahren bewerben sich in jedem Jahr bei der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals. 1987 vom legendären Dirigenten und Komponisten Leonard Bernstein gegründet, genießt sie weltweit einen hervorragenden Ruf. Außer Bernstein haben namhafte Dirigenten wie Sergiu Celibidache, Georg Solti, Thomas Hengelbrock und Christoph Eschenbach einen professionellen Standard der Extraklasse von Anfang an festgeschrieben. „In jedem Orchester von Weltrang finden Sie heute Mitglieder der Orchesterakademie“ freut sich Festival-Intendant Dr. Christian Kuhnt. Mit Patenschaften möchte er den Kontakt zu den Künstlern intensivieren. „Hinter jedem Instrument sitzt ein Mensch und der hat eine Biografie.“

Der gute Ruf der Orchesterakademie kommt nicht von ungefähr. In einem ungewöhnlich aufwändigen Auswahlverfahren testen die Leiterin Gesine Beck und eine Fachjury weltweit das Können der Bewerber. In diesem Jahr in 28 Ländern. Jedes Orchestermitglied muss in jedem Jahr erneut beweisen, dass es den geforderten Standard erreicht. Nur etwa 50 der 126 Mitglieder der Orchesterakademie sind mehrere Male dabei. Das aufwändige Auswahlverfahren, Reisekosten, die Vollpension im Nordkolleg sowie ein enger Proben- und Konzertplan fordern die Musiker wie sonst nie heraus. Etwa 5000 Euro pro Teilnehmer sind in den zwei Monaten ihrer Teilnahme an der Orchesterakademie erforderlich, um das anspruchsvolle Konzertprogramm in der gewünschten Qualität einzustudieren und aufzuführen.

Die Ergebnisse sprechen für sich: „Wir wollen diese Perle nach außen deutlicher zeigen. Nicht alle wissen, welchen Schatz wir hier haben und Büdelsdorf als Ort der Begegnung etablieren. Hier gibt es mit der NordArt eine Anbindung an die Bildende Kunst. Mit der Familie Ahlmann haben wir hier die größten Fans und Unterstützer der Orchesterakademie. In Büdelsdorf erreichen wir Menschen, die noch nicht wissen, was da passiert. Büdelsdorf ist leichter erreichbar, die Proben sind hier viel besser besucht, jede Generalprobe ist ausverkauft“, zieht Festival-Intendant Dr. Kuhnt eine positive Bilanz.

1700 Bewerbungen gab es, nur 120 Musiker wurden als gut genug empfunden. Mit ihnen könnte man als Pate näher in Kontakt kommen, sie während der Festival-Zeit kennen lernen und unterstützen. Vielleicht ist auch ein großer Solist dabei, zu dem man dann eine besondere Beziehung hätte. Zweites Ziel und Hoffnung ist es, den Festival-Haushalt um bis zu 600 000 Euro jährlich zu entlasten. Als Paten wurden vorab schon die Oscar und Werner Ritter-Stiftung aus Hamburg, aus Elmshorn die Nordakademie und Dr. Norbert Klause aus Rendsburg gewonnen. „Ich möchte Vermittler sein, der die Region Rendsburg und Schleswig-Holstein als Ort der Kunst und Kultur bekannt macht.“

Die jungen Musiker, die am Montag angereist sind, wohnen während der Festival-Zeit im Nordkolleg. In der mittlerweile schon legendären „Guido-Show“ anlässlich der Begrüßung aller Mitglieder der Orchesterakademie gab Nordkolleg-Chef Guido Froese mit einer lustigen Videopräsentation nützliche Hinweise und Tipps zum Zusammnenleben der großen Orchestermannschaft – und wie der Frieden mit den Nachbarn zu erhalten sei. Kurz: „Fenster zu beim Üben und draußen nicht laut sein!“ Besonders die universelle Einsetzbarkeit des „Moin“ für alle Gelegenheiten stieß auf große Begeisterung, wie auch die Rendsburg-Begrüßungstasche mit Stadtplan und Blaue-Linie-Gebrauchsanweisung in Englisch, Postkarten, Kiel-Canal-Buch, Kreuzfahrtschiff-Kalender, Freizeit-Tipps, Schlüsselanhänger, Trinkflasche und „I like Rendsburg“-Button! Damit macht die Stadt nachhaltige Werbung für sich, denn diese Rendsburg-Tragetaschen werden weltweit verbreitet.

Morgen wollen sich die jungen Musiker beim ersten Rendsburger Festival-Tag für die freundliche Aufnahme in ihrer kurzzeitigen Wahlheimat am Kanal bedanken: Um 16 Uhr beginnt auf dem Altstädter Markt der erste Rendsburg-Festival-Tag. Eintritt frei. Ein Geschenk an alle.

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