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Rendsburg : Im Bahnhof stinkt’s: Stadt fordert ein WC

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Uringeruch ärgert Passanten und Reisende. Der Bürgermeister erhöht nun Druck auf die Bahn.

Ein beißender Geruch nach Urin liegt in der Luft. Diesen ersten Eindruck bekommen Reisende, wenn sie am Rendsburger Bahnhof eintreffen und von den Bahnsteigen hinunter ins Gebäude gehen. Dass es hier keine Sanitäranlagen mehr gibt, solche aber dringend gebraucht werden, ist gleich mit mehreren Sinnen spürbar, schließlich sind manche Hinterlassenschaften auch an den Wänden sichtbar.

Im Juni 2013 hatte die Deutsche Bahn (DB) die WC-Anlagen dicht gemacht. Als „super ärgerlich“ und „untragbare Situation“ beschreibt das Bürgermeister Gilgenast, der mehrfach das Gespräch mit der Deutschen Bahn gesucht hat – bisher ohne Erfolg.

Als Grund für die Schließung nennt die DB „anhaltenden Vandalismus“. Mehrmals seien das Mobiliar und die Türen zerstört worden. „Eine weitere Öffnung der WC-Anlage war für die Kunden nicht zumutbar“, teilte eine Unternehmenssprecherin mit. Wer ein stilles Örtchen sucht, wird auf die anliegenden Geschäfte verwiesen: Ausgeschildert sind Toiletten im Asia-Restaurant nebenan und im gegenüberliegenden „Grill am Bahnhof“. Während die Betreiber des Asia-Restaurants das Interesse an ihrem WC als gering bezeichnen, fühlen sich die Mitarbeiter im gegenüberliegenden Imbiss gestört. „Die Leute kommen schon schlecht gelaunt hier an“, sagte eine Mitarbeiterin. Das Verhalten der Bahn bezeichnete sie als Frechheit. Auch die Mitarbeiterinnen der benachbarten Bäckerei haben unter der Situation zu leiden. Dort gibt es kein WC – die Zahl derer, die täglich danach fragen, sei aber dreistellig, sagte eine Verkäuferin.

Die Gastronomen vor Ort, die Bahn-Reisenden und nicht zuletzt der Bürgermeister sind verärgert: „Ich habe den Glauben daran verloren, dass die Bahn von sich aus eine Lösung findet“, sagte Gilgenast gestern gegenüber der Landeszeitung. Deshalb verfolgt er den Plan, die Brücke Rendsburg-Eckernförde als Betreiber der anliegenden Fahrradstation (siehe Artikel rechts), und die Deutsche Bahn zusammenzubringen. Heike Rullmann, Geschäftsführerin der Brücke, kann sich hier eine gemeinsame Lösung vorstellen. „Dreh- und Angelpunkt“, so unterstrich Gilgenast, „ist die Frage, ob sich jemand findet, der die Sanitärräume im Blick hat. Es muss jemand draufgucken, und das hat die Bahn bisher gescheut. Die lassen ihre Kunden seit zwei Jahren im Regen stehen.“ Dieser Mangel an Kundenorientierung passe überhaupt nicht in diese Zeit, deshalb sei es gut, dass man nun mit einem Vorschlag auf die Bahn zugehen könnte. Gilgenast: „Wir denken über das Fahrradprojekt hinaus. Die Kunden sollen hier so aufgenommen werden, wie es sich gehört.“

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erstellt am 19.Feb.2015 | 11:54 Uhr

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