Im Bach wird es wieder lebhafter

Totholz und „Störsteine“: Olaf Osterkamp (links) und Michael Wittl am Schulendammgraben vor den Details der Renaturierungsmaßnahme. Fotos: becker (2)
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Totholz und „Störsteine“: Olaf Osterkamp (links) und Michael Wittl am Schulendammgraben vor den Details der Renaturierungsmaßnahme. Fotos: becker (2)

Schulendammgraben renaturiert / Chance für Tiere

shz.de von
24. Juli 2018, 14:42 Uhr

Der Schulendammgraben in Neu Duvenstedt wurde auf einer Länge von 1000 Metern naturnah ausgebaut. Die Maßnahme dient der Schaffung und Vernetzung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Zudem wird auch der Gewässer- und Bodenschutz in diesem Gebiet verbessert.

Der Schulendammgraben verläuft von Neu Duvenstedt über Borgstedt in den Mühlenbach nach Alt Duvenstedt. In dem jetzt umgestalteten Abschnitt war ein Bereich von 455 Metern noch verrohrt. Der offene Bereich verlief gradlinig in einem ausgebauten Gewässerprofil. Das Einzugsgebiet des Grabens umfasst etwa 200 Hektar.

Da der Ober- und Unterlauf bereits renaturiert sind, wurde vom Wasser- und Bodenverband Duvenstedt im Juni 2016 ein Antrag auf Fördermittel zur Wiederherstellung der Gewässerdurchgängigkeit und den damit verbundenen naturnahen Ausbau gestellt. 160  000 Euro wurden dafür vom Kreis Rendsburg-Eckernförde bewilligt. „Das Geld stammt aus Ersatzzahlungen, die beim Bau von Windkraftanlagen für die Eingriffe in das Landschaftsbild fällig werden“, erklärte Michael Wittl, Fachdienstleiter Umwelt beim Kreis. Olaf Osterkamp plante den naturnahen Umbau. „Ziel war es, durch Ausbau der Rohrleitung und Umbau der offenen Gewässerbereiche einen natürlichen, mäandrierenden Bachlauf zur Erhöhung der Selbstreinigungskräfte des Gewässers zu schaffen“, erklärte der Ingenieur des Wasser- und Bodenverbandes. Durch die Vernetzung der verschiedenen Lebensräume Gewässer, Grünland und Knick solle eine höhere Artendiversität erreicht werden.

Im November vergangenen Jahres begann die Firma Brehmer aus Osterheistedt (Kreis Dithmarschen) mit den Arbeiten. Die Rohrleitung wurde ausgebaut, und es entstand ein neuer geschwungener Bachlauf mit unterschiedlichen Sohlbreiten, Tiefen und Böschungsneigungen. Findlinge als „Störsteine“ sorgen für unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten sowie Prall- und Gleitufer. „Die Maßnahme wäre nicht ohne die Landeigentümer möglich gewesen, die ihre Flächen gegen eine Entschädigung zur Nutzung zur Verfügung stellen“, betonte Michael Boyens, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbands Duvenstedt. Der Graben und ein beidseitiger Streifen von jeweils zehn Metern dürfen nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden.

„Eine solche Maßnahme umzusetzen braucht Zeit“, machte Kristina Achilles von der Unteren Naturschutzbehörde deutlich. Seit 2016 habe man mit den Beteiligten Gespräche darüber geführt.

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