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Hobbyzüchter : Ihre Osterhasen sind Kaninchen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Pünktlich zum Osterwochenende werden die ersten Kaninchenjungen im Stall von Familie Hinz ihre Augen öffnen. 15 Jungtiere haben der Senatsvorsitzende Helge Hinz und seine Frau Karin Wiemer-Hinz in ihren Ställen.

Pünktlich zum Osterwochenende werden die ersten Kaninchenjungen im Stall von Familie Hinz ihre Augen öffnen. 15 Jungtiere haben der Senatsvorsitzende Helge Hinz und seine Frau Karin Wiemer-Hinz, Stadtpräsidenten Rendsburgs, in ihren Ställen. Seit mehr als 20 Jahren züchtet das Ehepaar die Tiere hinter ihrem Haus. Trotz der meist etwas kürzeren Ohren und Hinterbeinen sind Kaninchen für viele zu Ostern ein Hasenersatz. So auch bei Familie Hinz, für die das Hobby ein guter Ausgleich neben ihrem politischen Engagement in der Stadt sei.

„Jetzt ist gerade die schönste Zeit in der Kaninchenzucht“, sagt Helge Hinz, während er am Stall von Rammler Manfred vorbeigeht. Mit einem Gewicht von fünf Kilogramm und den riesigen Ohren erinnert der erst Einjährige tatsächlich mehr an einen Vertreter der Hasenfamilie. Dann wendet sich Helge Hinz den Muttertieren zu. Zwischen den Strohbergen befindet sich in der vorderen linken Ecke eine kleine Senke. Ein leichtes Rascheln kommt aus dem Nest, in dem sich acht Junge dicht aneinander kuscheln. Vorsichtig nimmt Helge Hinz eines der Tiere heraus, während die Kaninchenmama das Geschehen ganz genau beobachtet. Noch hat der Nachwuchs pechschwarzes Fell, später wird es sich in ein schimmerndes silbergrau verwandeln. Zum Verzehr sind die süßen Tierchen der Rasse Helle Großsilber aber nicht geeignet. Sie sind mit ihrer besonderen Farbgebung reine Zuchttiere.

Für Helge Hinz bedeutet die Kaninchenpflege pure Entspannung. „Man redet mit den Tieren, kümmert sich um sie und beobachtet, wie die Jungen sich entwickeln. Das ist eine gute Ergänzung zu meiner politischen Arbeit“, sagt er. Schon als kleines Kind hatte der Senatsvorsitzende Kaninchen zu Hause, er ist mit der Zucht groß geworden. Sein erstes eigenes Tier bekam im Alter von 13 Jahren von einem Imker geschenkt, bei dem er in den Ferien aushalf, erinnert er sich. Seit 1968 ist er im Rassekaninchenzuchtverein U 67 Rendsburg und Umgebung aktiv.

Züchten, Pflegen, Ausstellen – Für Helge Hinz ist das Ganze auch ein echter Sport. „Ich bin ehrgeizig und möchte, dass meine Tiere möglichst nah an die vorgegebenen Rassestandards herankommen“, sagt er. Fellfarbe, Kopf- und Ohrenform sowie bestimmte Kennzeichnungen sind alles Kriterien, die bei der Bewertung durch die Preisrichter eine wichtige Rolle spielen. Seine Frau begleitet ihn zu den Veranstaltungen, ist aber selber nicht mehr in der Zucht aktiv. Den größten Erfolg feierte der Rendsburger vor ein paar Jahren in Österreich. Dort holte er den Titel Europachampion.

In ihren Hochzeiten hatte die Familie Hinz mehr als hundert Kaninchen im Garten. Die Kinder mit ihren eigenen Tieren und auch Karin Wiemer-Hinz hatte eine weitere Zucht von Zwergwiddern – „die Süßen mit den Schlappohren“, wie sie die Rasse selbst beschreibt. Inzwischen ist es mit "Osterhase" Manfred und seinen beiden Damen nur noch eine kleine Zucht.

Wie viele andere Vereine haben auch die Kaninchenzüchter große Probleme, den Nachwuchs für ihr Hobby zu begeistern. 41 Mitglieder zählt der Verein, die Mehrheit ist älteren Semesters, junge Züchter kommen nur selten hinzu. „Es wird immer schwieriger, die Tiere zu halten. In vielen Wohnungen ist es inzwischen verboten, die Menschen haben außerdem immer weniger Zeit für solche aufwendigen Hobbys“, nennt Helge Hinz Gründe für die Entwicklung.


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erstellt am 25.Mär.2016 | 16:23 Uhr

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