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REndsburg : Idee für das Nordkolleg: Intensive Integrationskurse

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Bildungseinrichtung hat mit den Finanzen zu kämpfen. Die SPD-Kreistagsfraktion möchte helfen. Sie brachte im Kulturausschuss einen Antrag ein, der intensive Integrationskurse für Flüchtlinge vorschlägt.

Es gibt Vieles, das man am Nordkolleg lernen kann: Schreiben, Singen oder Schwedisch. Doch es wird ständig nach neuen Ideen gesucht. Eine lautet „Integrationsangebote für Flüchtlinge und Angebote für Flüchtlingshelfer“. Gestern brachte die SPD-Kreistagsfraktion im Ausschuss Schule, Sport, Kultur und Bildung einen entsprechenden Antrag ein, der die Bereitstellung von 150 000 Euro für diese Projekte vorsieht.

„Wir möchten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, erklärte dazu Hans-Jörg Lüth, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Zum einen soll den Flüchtlingen geholfen werden und zum anderen dem Nordkolleg. Die Bildungseinrichtung am Gerhardshain hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit den Finanzen zu kämpfen. Erst im Juli dieses Jahres hatten die Stadt Rendsburg mit 66  000 Euro und der Kreis mit 132  000 Euro ein Defizit ausgeglichen. Lüth spricht von einem strukturellen Problem. Einen Gewinn zu erwirtschaften, sei für eine kulturelle Einrichtung extrem schwierig. Statt vielleicht auch im kommenden Jahr wieder ein Loch zu stopfen, soll mit dem neuen Programm der Einrichtung gleichzeitig finanziell geholfen werden.

„Wir überlegen natürlich, welchen Beitrag können wir als Nordkolleg in der derzeitigen gesellschaftlichen Situation leisten“, sagt Guido Froese. „Unser Auftrag verändert sich durch den gesellschaftlichen Wandel“, erklärt der Leiter der Bildungseinrichtung. Mit Kai Dolgner, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, und seinem Stellvertreter Lüth führte er Gespräche über die Integrationsidee aus seinem Hause.

So sollen die Haushaltmittel in Höhe von 150  000 Euro im Jahr 2016 dazu dienen, „Intensiv-Integrationskurse für Akademiker oder für bestimmte Berufsgruppen mit gleichzeitiger Unterbringung“ anzubieten. Auch an „Angebote zur Koordinierung und Weiterbildung für Ehrenamtliche, die im Bereich Flüchtlingsbegleitung tätig sind“ werden als Möglichkeit beschrieben.

„Wir müssen die Flüchtlinge integrieren. Diese Aufgabe wird uns so oder so einholen“, lautet der Denkansatz der SPD. Da das Nordkolleg über Unterbringungsmöglichkeiten verfügt, entstand die Idee der Intensiv-Integrationskurse mit einer höheren Wochenstundenzahl als üblich. So etwas gäbe es bisher bundesweit noch nicht, so Froese. Allerdings, schränkt er bei der Frage der Übernachtung ein, „sofern es sich rechtlich einrichten lässt“. Denn Flüchtlinge aus beispielsweise Büdelsdorf dürften nicht in Rendsburg wohnen.

Aber dies wäre nicht die einzige Frage, die es zu klären gelte. Die Angebote sollen in Zusammenarbeit mit anderen Partner (VHS, BBZ, IHK, Jobcenter) erfolgen, so die SPD. Und es könnte überlegt werden, inwieweit andere Nordkolleg-Fachbereiche einbezogen werden, zum Beispiel der musische für die Musiktherapie traumatisierter Flüchtlinge.

Der Ausschuss Schule, Sport, Kultur und Bildung hat keinen Beschluss gefasst und die Entscheidung an den Hauptausschuss verwiesen.

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erstellt am 18.Nov.2015 | 17:22 Uhr

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