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Imland-Klinik : „Ich gehe zu Dr. Friedrich“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wenn ein Chefarzt der Imland-Klinik den Ruhestand antritt, fließen schon mal einige Tränen.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Es hatte schon etwas von einer besonderen Abschiedsstimmung. Viele Reden, nette Worte, heitere Anekdoten und auch einige Tränen bei Krankenschwestern und Sekretärinnen. Im sechsten Stock der Imland-Klinik, im bei Patienten weitgehend unbekannten Casino, hoch über den Dächern von Rendsburg, wurde ein Mediziner verabschiedet, der dem Rendsburger Krankenhaus über zwei Jahrzehnte seinen Stempel aufgedrückt hat. Dr. Arthur Friedrich (66), Chefarzt der Chirurgie und Orthopädie, wollte, wie er sagte, „mit den Gästen in den Ruhestand hinein feiern“. Und das sollte Friedrich gelingen.

Klinik-Geschäftsführer Martin Wilde bezeichnete das Wirken von Friedrich als „Glücksfall“ für die medizinische Betreuung in der Region. Dr. Friedrich leitete seinen Bereich seit 1994, im Jahr 2005 kam die Aufgabe in der Eckernförder Imland-Klinik hinzu. Ein Großteil der Patienten habe nicht betont, sie müssten ins Krankenhaus, vielmehr wurde gesagt, „ich gehe zu Dr. Friedrich“, führte Wilde aus und skizzierte damit das enge Vertrauensverhältnis zwischen beiden Seiten. Dr. Friedrich habe zudem immer dann mit Hand angelegt, wenn es zu Umbaumaßnahmen in der Klinik gekommen sei. „Eigentlich ist an ihm auch ein guter Maurermeister oder Zimmermann verloren gegangen“, formulierte Wilde humorvoll. Auch Friedrichs großes soziales Engagement, unter anderem für das Rendsburger Hospiz, fand Erwähnung.

Während der frühere Geschäftsführer der Klinik, Otto Melchert, die Gäste mit einem besseren Fachvortrag über das allgemeine Gesundheitswesen weitgehend langweilte, begeisterte die langjährige rechte Hand von Dr. Friedrich, der leitende Oberarzt Arndt Kosmahl, mit einem in fünf Akten humorvoll vorgetragenen Redebeitrag die Zuhörer. Kosmahls Schilderungen von Beispielen aus dem Berufsleben und dem privaten Alltag Friedrichs lösten großen Beifall aus.

Radfahren, auf Skiern stehen, Segeln und Bergwandern sind die Hobbys des Arztes, mit denen sich Wandergruppen-Chef Udo Hieber – rhetorisch auf rustikale Berliner Art – intensiv beschäftigte. Dr. Friedrich zeigte sich von alledem tief beeindruckt. Der scheidende Chefarzt gab ein paar Tränen zurück, als er einige Erinnerungen aufzeigte. „Ich bin dieser Aufgabe gern mit Leib und Seele nachgegangen, das Krankenhaus war mein Leben“, sagte Arthur Friedrich und blickte auf seine Ehefrau Hannelore. Was folgte, war eine Tanzeinlage des Paares. Noch einmal gab es Beifall für einen Arzt, der überaus gut gelaunt in den Ruhestand geht. Jürgen Muhl

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