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Ankunft in Kathmandu : Hundeführer aus Rendsburg hilft Erdbeben-Opfern in Nepal

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bernd Laarsen erreicht heute das Katastrophengebiet. Auf den ehrenamtlichen Helfer warten große Strapazen.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2015 | 06:00 Uhr

Rendsburg | Der Anruf erreichte Bernd Laarsen am Sonnabend um 11 Uhr – keine drei Stunden, nachdem die erste Eilmeldung vom schweren Erdbeben in Nepal über den Nachrichtenticker lief. Ob der Hundeführer zusammen mit anderen Spezialisten aus ganz Deutschland für einen Hilfseinsatz nach Nepal reisen könne, fragte ein Mitarbeiter der Katastrophenhilfe I.S.A.R. (International Search and Rescue).

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte am Samstag große Teile Nepals sowie die angrenzenden Länder Indien und das chinesische Tibet getroffen. Die Zahl der Toten nach dem gewaltigen Erdbeben in der Himalaya-Region steigt immer weiter. Allein in Nepal starben nach Angaben des Innenministeriums vom Dienstag 4485 Menschen. Zudem gebe es mehr als 8000 Verletzte. Auf der Suche nach Wasser und Nahrung verließen Zehntausende Menschen das schwer getroffene Kathmandu-Tal.

Laarsen zögerte nicht eine Sekunde. Der 58-jährige Rendsburger, von Hauptberuf Hausmeister im Jugendfeuerwehrzentrum an der P.-H.-Eggers-Straße, holte sich grünes Licht bei seinem Arbeitgeber. Dann sagte er der I.S.A.R. zu und packte zwei Taschen für seinen zweiten Auslandseinsatz als ehrenamtlicher Hundeführer. „Ich bin schon ein wenig aufgeregt“, sagte das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Rendsburg gestern in einem kurzen Telefonat mit der Landeszeitung, als er und 51 andere I.S.A.R.-Helfer auf dem Airport von Neu Delhi (Indien) auf den Weiterflug nach Nepal warteten. In einem Terminal fand die erste Frühbesprechung des Einsatzteams statt. Kommentar einer Frau auf Facebook: „Unsere stillen Helden. Danke.“

Am Sonntag Nachmittag war das Team aus Deutschland mit einem Sonderflug der Lufthansa von Frankfurt am Main nach Asien aufgebrochen. Die Hauptstadt Kathmandu sollte der Rendsburger in der Nacht zu heute erreichen. Wo genau er eingesetzt wird, wusste er am Montag noch nicht. „Das wird erst vor Ort in Nepal entschieden.“ Fest stand nur: Die Suche nach Überlebenden steht zunächst im Mittelpunkt. Mit einem Rettungshund wird Laarsen versuchen, in den Trümmern Lebenszeichen aufzuspüren. „Zum Team gehören Rettungshundeführer, Experten mit Spezialtechnik zur Ortung Verschütteter, Bergungsexperten sowie Ärzte, Pfleger und Sanitäter“, sagte Stefan Heine, Sprecher der Duisburger Katastrophenhilfe. Man habe mehrere Tonnen Hilfsgüter im Gepäck. „Dazu zählt auch ein kompletter Behandlungsplatz, um verletzte Menschen intensiv medizinisch versorgen zu können.“ Helfer aus neun Bundesländern sind beteiligt. Bernd Laarsen ist einziger Schleswig-Holsteiner.

Für ihn ist es der zweite Auslandsaufenthalt in einem von einer Naturkatastrophe erschütterten Land. 2013 leistete Laarsen Nothilfe auf den Philippinen, nachdem der Taifun „Haiyan“ gewütet und hunderttausende Menschen obdachlos gemacht hatte. Sieben Tage unterstützte Laarsen das medizinisches Team in einem I.S.A.R.-Feldlazarett. Er managte das Camp, kümmerte sich um die Bereitstellung von Trinkwasser und half beim Transport von Verletzten. Einen Hund hatte der Rendsburger damals nicht dabei – die Suche nach Opfern gehörte vor zwei Jahren nicht zu seinem Auftrag.

In Nepal ist das anders. Auf den Rendsburger warten große körperliche und psychische Strapazen. Zehn Tage soll der Einsatz im Himalaya dauern. Über Smartphone und WhatsApp hält Petra Laarsen Kontakt zu ihrem Mann. Zusätzlich werden die Angehörigen einmal täglich mit Hilfe einer Telefonkonferenz über das Geschehen in Nepal informiert.

(mit dpa)

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