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Landeszeitung

20. August 2017 | 06:32 Uhr

Seefeld : Hunde verschrecken Schafherden

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schäfer Achim Thede sorgt sich um seine Tiere. Hundehalter seien oftmals uneinsichtig und verursachen große Schäden in den Betrieben.

Seefeld | „Unser Hund tut so etwas nicht“, dieses Argument von Hundehaltern kennt Schäfer Achim Thede aus Seefeld zur Genüge. Doch es sind die freilaufenden Hunde der Spaziergänger, die in seine Schafherden rennen und die Tiere jagen. Das habe er nicht nur einmal beobachtet, erzählt Thede. In den letzten Wochen sei es wieder vermehrt vorgekommen. „In einer der Herden sogar an vier Tagen nacheinander“, so Thede, dessen Herden sich auf Flächen im Seefelder Moor, in Beringstedt und Lütjenwestedt befinden.

Da Schafe Fluchttiere seien, rennen sie in Panik erst zu einer Gruppe zusammen und stieben dann in alle Himmelsrichtungen auseinander. Dabei komme es vor, dass sie durch die Zäune brechen und beispielsweise in den angrenzenden Wald laufen. Schlimmstenfalls landet das ein oder andere Tier in einem der Gräben und ertrinkt elendig. „Das habe ich alles schon erlebt“, sagt Thede. Hochträchtige Muttertiere prallen beim Flüchten zusammen und verlieren ihre Lämmer, die dann tot auf der Weide liegen. Viel Zeit koste es auch, die geflüchteten Schafe zu suchen und sie wieder zusammenzutreiben.

Eins der toten Schafe in den vergangenen Wochen wies am Hals eindeutig Bissspuren eines Hundes auf: „Das habe ich im Wildpark Eekholt untersuchen lassen, um einen Wolfangriff auszuschließen, der auch in dieser Gegend vermutet wird“, berichtet der Schäfer, der mit seinem Problem nicht alleine ist. Viele seiner Kollegen in der Umgebung beschweren sich ebenfalls über Hundehalter, die ihre Tiere unangeleint im Bereich der Herden frei laufen lassen.

„Am meisten aber ärgert mich, dass mir niemand Bescheid sagt, wenn etwas passiert ist. Jeder hier im Ort kennt mich, jeder hier weiß, wem die Schafe gehören. Wenn ein Schaf im Graben gelandet ist, kann ich es noch retten, doch dazu muss man mich benachrichtigen“, appelliert Thede. Immer wieder sucht er das Gespräch mit den Haltern, bittet sie, zumindest im Bereich der Schafweiden den Hund anzuleinen und klärt sie über das Fluchtverhalten der Schafe auf. Die Reaktionen reichten von Verständnis bis hin zum Unmut: „Die meisten kommen dann mit dem Hundesteuer-Argument. Ich zahle also darf mein Hund frei herumlaufen“, so Thede, gefolgt von dem bereits erwähnten „unser Hund tut so etwas nicht“. So lange sie seine Schafe in Ruhe lassen, sei das auch ok. Er werde es nicht verhindern können, dass Hunde in seine Herden laufen. Und selbst wenn dann doch mal etwas passiert, „dann wäre es schön wenn ich Bescheid bekomme, um die Tiere zu retten“, so Thede. Doch aus Angst vor Konsequenten machten sich die meisten aus dem Staub. Das sei mehr als ärgerlich.

Der Verlust der Tiere schmerzt, auch wirtschaftlich. „Seit elf Jahren leben wir hauptberuflich von der Schafhaltung, jedes verendete Schaf und Lamm kostet uns Geld. Viele der Mutterschafe seien auf Dauer so verschreckt, dass sie für die Zucht nicht mehr zu gebrauchen sind“, sagt der Schäfer. Und auch das Suchen nach geflüchteten Tieren koste viel Zeit und Mühe. „Ich fahre nur noch mit Magenschmerzen zu den Koppeln“, so Thede. Daher richtet sich sein Aufruf an die Hundhalter, im Bereich der Schafweiden die Hunde anzuleinen und wenn doch etwas passiert ist, ihn unbedingt zu benachrichtigen: „Das wäre fair und niemand müsste mit Konsequenten rechnen“, sagt Thede.

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erstellt am 25.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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