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Schafherde in Wasbek : Hund oder Wolf: Wer riss das Lamm?

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im Oktober verlor der Wasbeker Schäfer Jochen Seligmann ein Tier aus seiner Herde. Jetzt liegt das Ergebnis der DNA-Analyse vor.

Wasbek | Die Ungewissheit bleibt. Ob es ein Hund oder ein Wolf war, der in Wasbek ein Schaf gerissen hat, können die Wissenschaftler nicht mehr eindeutig feststellen. Dieses Ergebnis liegt jetzt vor. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Wasbeker Schäfer Jochen Seligmann ein Tier seiner Herde in der Gemarkung Prehnsfelde tot aufgefunden. Seitdem gibt es in Wasbek eine Fotofalle.

„Ich kontrollierte meine Schafherde auf der Weide und stellte fest, dass ein Lamm fehlte. Ich suchte und fand das tote Tier. Das Lamm war ausgeweidet. Es war kein schöner Anblick. Die vordere Tierhälfte fehlte“, erinnerte sich der Tierhalter Jochen Seligmann aus Wasbek. Dass wildernde Hunde zugeschlagen hatten, schloss er aus. „Auch das habe ich schon erleben müssen. Denn wenn Hunde in einen Beißrausch verfallen, greifen sie mehrere Tiere an und fressen vor allem nicht ein halbes Tier auf“, sagte Seligmann.

Um sich Klarheit zu verschaffen, rief er Freiherr Wolf von Schenck vom Wildpark Eekholt an, der auch wenig später zur Stelle war. Der 44-jährige Geschäftsführer der Naturerlebnisstätte in Großenaspe ist ehrenamtlicher Wolfsbeauftragter des Landes und einer von vier landesweit geschulten Bissgutachtern. „Der Gesamteindruck wies auf einen Wolf hin, der möglicherweise gestört wurde. Eine Schleifspur zeigte, dass das Lamm dort, wo es lag, nicht getötet wurde. Da unter anderem der Kopf fehlte, ließ sich der für einen Wolf typische Biss in die Kehle eines Beutetieres nicht mehr feststellen. Für einen Wolf sprach auch, dass Rippen gefressen wurden. Untypisch ist dagegen, dass am rechten Hinterlauf Beißspuren vorhanden waren, die eher einem Hund zugeordnet werden können“, erklärte von Schenck.

Doch um Klarheit zu bekommen, nahm er vom getöteten Lamm einen Abstrich für eine DNA-Analyse, die im Forschungsinstitut Senckenberg/Frankfurt am Main untersucht wurde. Das Ergebnis liegt jetzt vor. Weil es damals aber zum Zeitpunkt des DNA-Abstriches stark regnete, konnten die Wissenschaftler den genetischen Fingerabdruck nicht zu 100 Prozent einem Wolf zuordnen. Die abschließende Bewertung lautet: Ein Wolf ist nicht ausgeschlossen.

Deswegen bekommt Tierhalter Seligmann vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume den Marktwert des Tieres ersetzt. Wölfe sind nach europäischem und bundesdeutschem Recht streng geschützte Tiere, mit der Folge, dass Schäden an Nutztieren vom Land nach dem Wolfsmanagementplan ausgeglichen werden, wenn ein Wolf als Verursacher nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen wird. Und das ist nach Aussage von Anke Schwarz-Kaack vom Landwirtschaftsministerium der Fall.

Angst vor einem Wolf brauchen die Wasbeker aber nicht zu haben. Die Tiere sind sehr scheu. Nach dem Vorfall wurde in der Wasbeker Gemarkung eine Fotofalle von Wolf von Schenck installiert, auf deren Bildern aber bislang kein Wolf zu sehen war.

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erstellt am 14.01.2014 | 07:30 Uhr

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