zur Navigation springen

Rendsburg : „Hüterin des Stadt-Gedächtnisses“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dr. Dagmar Hemmie neue Archivarin der Stadt Rendsburg. Sie hat ab sofort für das Publikum geöffnet. Hoeftsche Chronik soll übertragen werden.

von
erstellt am 11.Sep.2015 | 09:34 Uhr

In einem feuersicheren Panzerschrank lagert die Gerhardsurkunde von 1339, die die Stadtgründung besiegelte. Die Bände der Landeszeitung sind komplett vorhanden. Aktuell werden Akten aus dem Rendsburger Seemannsamt der Jahre 1905 bis 2005 bearbeitet. Als „das Gedächtnis der Stadt“ bezeichnet Bürgermeister Pierre Gilgenast das Stadtarchiv. Und das hat eine neue „Hüterin“: Dr. Dagmar Hemmie. Seit dem 1. Juli hat sie sich in ihrem Büro im Dachgeschoss des Rathauses eingearbeitet, gestern wurde sie von Bürgermeister Gilgenast vorgestellt, und ab sofort ist das Archiv wieder für die Öffentlichkeit geöffnet.

Die neue Archivarin hat die Stelle von Dr. Regina-Maria Becker eingenommen, die Ende April in den Ruhestand verabschiedet worden war. In der Nähe von Hamburg geboren, studierte Hemmie in Köln Bibliothekswesen, promovierte an der Universität Kiel im Fach Geschichte und absolvierte später nebenberuflich einen Master in Archivwissenschaften. „Besonders die mittelalterliche und nordische Geschichte hat es mir angetan“, erklärt die 46-Jährige. Nach zehn Jahren im Lübecker Stadtarchiv und dem Aufbau des Kreisarchives für den Ennepe-Ruhr-Kreis ist sie nun wieder im Norden und freut sich, dass „ich hier viel von meinen Erfahrungen einbringen kann“. Dazu gehören auch ihre Dänischkenntnisse.

Rund 800 Anfragen werden im Jahr an das Archiv gerichtet – viele davon betreffen das Familienstammbuch. Dabei geht es oftmals um Erbschaftsangelegenheiten. Oder um Ahnenforschung. Dazu gibt es durchaus Anfragen von dänischer Seite. Allerdings gehört zu ihren Aufgaben auch das Sichten der Behördenakten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist – ob sich darin für die Nachwelt erhaltenswerte Inhalte verbergen. Sie erstellt sogenannte Findbücher (das sind Inhaltsverzeichnisse der vorhandenen Materialien) wie zum Beispiel für das erste Schülerverzeichnis der Schule Neuwerk von 1878 bis 1913. Ein breites Feld für eine 30-Stunden-Stelle. Eine besondere Aufgabe ist die Sichtung der Hoeftschen Chronik. Christian Hinrich Ferdinand Hoeft war vor rund 105 Jahren Volksschullehrer und hat acht Bände mit der Rendsburger Stadtgeschichte hinterlassen. Die sind „noch im Original, unbearbeitet und ungelesen“, so Gilgenast. Dagmar Hemmie wird die Lose-Blatt-Sammlung jetzt sichten und übertragen. Für die Zukunft kann sie sich eine größere Präsenz des Archivs im Internet vorstellten. Oder vielleicht Geocaching in Zusammenhang mit Sehenswürdigkeiten. Beim Geocaching werden „Schätze“ versteckt und mit Hilfe des Internets aufgespürt. Dagmar Hemmie: Auf diese Weise könnten die historischen Schätze der Stadt bekannter gemacht werden.

 

 

> Publikums-Öffnungszeiten:

dienstags 8 bis 12 Uhr,

donnerstags 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen