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Stadtgefängnis als Frühstückspension : Hotel hinter Gittern – Gefängnis wird umgebaut

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Tischlermeister plant in der Wallstraße 24 eine ganz besondere Frühstückspension: Die Gäste schlafen in ehemaligen Zellen.

Rendsburg | Wo früher Straftäter auf harten Holzpritschen die Nacht verbrachten, sollen bald Touristen in komfortablen Betten schlafen. Das ehemalige Rendsburger Stadtgefängnis in der Wallstraße 24 will der Tischlermeister Daniel von Petersdorff aus Brinjahe zu einem Hotel umbauen.

Nur wenige Schritte vom Altstädter Markt und von der Fußgängerzone entfernt liegt das ehemalige Stadtgefängnis. Die Lage sei „einfach super“, schwärmt von Petersdorff von dem historischen Gebäude aus dem Jahr 1827, das bis vor 80 Jahren als Gefängnis genutzt wurde. Seine Frau Franziska hat das Haus gekauft, er wird es jetzt umbauen und als Hotel betreiben. Vor allem Fahrradtouristen will er eine interessante Unterkunft zu erschwinglichen Preisen bieten. „Durch die immer beliebter werdende Route entlang des Nord-Ostsee-Kanals kommen viele Radfahrer nach Rendsburg“, stellt von Petersdorff fest. Diesen und auch anderen Urlaubern will er mit der Übernachtung in einer ehemaligen Gefängniszelle ein besonderes Erlebnis bieten. Denn die vier Zellen im Erdgeschoss sollen durch vergitterte Fenster und schwere Eichentüren auch als Hotelzimmer ihren früheren Charakter behalten. Im Obergeschoss mit frei liegenden Deckenbalken sind vier weitere Doppelzimmer geplant, so dass insgesamt 16 Personen Platz finden. Die Unterkunft im ehemaligen Knast soll als Frühstückshotel geführt werden.

Bisher hat Daniel von Petersdorff nur „substanzerhaltende Maßnahmen“ ergreifen können. Das Dach ist abgedichtet, Feuchtigkeitsschäden wurden beseitigt. Erst wenn die Baugenehmigung, die nach Angaben des Tischlermeisters kurz vor dem Abschluss steht, vorliegt, kann mit der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes unter Einhaltung der Auflagen des Denkmalschutzes begonnen werden. Zudem sei er in „froher Erwartung“, Fördermittel für die Sanierung in der Altstadt zu erhalten.

Etwa 650.000 Euro kosten der Kauf und die Renovierung des ehemaligen Stadtgefängnisses, schätzt der Bauherr. Wenn die Baugenehmigung und die Förderzusage vorliegen, will von Petersdorff mit den Baumaßnahmen beginnen. Neun Monate plant er dafür ein, bevor sich die Original-Eichentür von 1827 für die ersten Gäste öffnet, die eine Nacht in der Gefängniszelle verbringen wollen.

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erstellt am 08.Mär.2015 | 08:00 Uhr

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