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Haus Porsefeld : Hospiz fordert einheitliche Tagessätze

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Einrichtung ist jährlich auf mindestens 250 000 Euro Spenden angewiesen. Leitung fordert Vergütung, die nicht an Pflegestufen gebunden ist

Einheitliche und höhere Tagessätze für Hospizbewohner – so lautet eine der wichtigsten Forderungen, die das Haus Porsefeld in Rendsburg gemeinsam mit den anderen fünf Hospizen im Land formuliert hat. Die Verantwortlichen wollen eine neue Vergütungsordnung durchsetzen, die unabhängig von der Pflegebedürftigkeit der Bewohner gilt und sich nicht nach den geltenden drei Pflegestufen berechnet.

Die Leiterin des Hauses Porsefeld, Heidrun Preußer, betont, dass die Vorgaben der Krankenkassen nicht zu der Arbeit in ihrer Einrichtung passen. Bei der Finanzierung müsse sich etwas ändern, damit die für die Region so wichtige Arbeit weiter geleistet werden kann. Seit Ende der 90er-Jahre gilt für Hospizbewohner eine Vergütungsordnung nach einem dreistufigen Modell. Für Patienten in der ersten Pflegestufe gibt es 246 Euro pro Tag, bei der zweiten sind es 257 Euro, in der dritten Pflegestufe 269 Euro. Doch auf Hospizbewohner könne man dieses System nicht anwenden, meint Preußer: „Bei uns ist jeder Patient vom Aufwand her gleich. Wir führen mit allen die so wichtigen Gespräche, der pflegerische Aufwand ist nur ein kleiner Teil.“ Die Arbeit, die von den insgesamt 23 Mitarbeitern im Haus Porsefeld geleistet wird, finde sich in den Pflegestufen nicht wieder, so die Leiterin. Zum Beispiel gehöre auch die Betreuung der Angehörigen zum Aufgabenspektrum. Deshalb müssten die Tagessätze unabhängig von dem Modell berechnet werden. 300 bis 320 Euro – das ist nach Meinung von Norbert Schmelter, Geschäftsführer der Pflege Lebensah (Träger der Einrichtung), ein Wert, der der anspruchsvollen und umfangreichen Hospizarbeit gerecht wird.

Die Tagessätze sind nicht das einzige finanzielle Problem der Einrichtung. Gesetzlich müssen stationäre Hospize eigentlich nur zehn Prozent der Kosten durch Spenden finanzieren, um Gründungen aus rein wirtschaftlichem Interesse zu verhindern. Doch angewiesen seien die Einrichtungen landesweit auf deutlich mehr. Im vergangenen Jahr waren es in Rendsburg 28 Prozent, die durch Spendenaktionen aufgebracht wurden. Die regelmäßigen Zuschüsse durch Kirchenkreis und Förderverein sind dabei eine große Hilfe. Doch bei Gesamtkosten von fast einer Million Euro im Jahr und Einnahmen von rund 700  000 Euro sind viel Unterstützung von Außen und große Anstrengungen nötig, um auf eine Spendensumme von 250  000 bis 300  000 Euro zu kommen.

Die Finanzen sind immer eine große Herausforderung. Doch Norbert Schmelter betont, dass ihm schon bei der Gründung des Hospizes im Jahr 1996 bewusst war: „Das wird defizitär.“ Wenn eine Einrichtung zur Sterbebegleitung voll finanziert werden würde oder man sogar Geld damit verdiene, dann sei das der falsche Weg. Viel wichtiger findet er: „Eine Region muss erkennen, dass ein Hospiz ein Wert ist, der uns gut tut. Den Bürgern muss klar sein, wie wichtig und erhaltenswert es ist.“ In der vergangenen Woche waren er und Heidrun Preußer zu Besuch im Elmshorner Hospiz. Dort trugen sie gemeinsam mit Vertretern aller Hospize im Land ihr Anliegen Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) vor. Von Seiten des Verbandes der Ersatzkassen heißt es, dass die Verhandlungen mit den Einrichtungen bereits laufen. Sven Preetz, Referatsleiter für den Bereich Pflege, betonte, dass es das Ziel aller Beteiligten sei, einheitliche Parameter für die Berechnung der Kosten aufzustellen. Eine Lösung soll es Preetz zufolge Ende März geben.

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erstellt am 09.Feb.2015 | 05:39 Uhr

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