Wahl in Fockbek : Holger Diehr wird Bürgermeister

Holger Diehr.
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Holger Diehr.

Der Polizeibeamte und Rendsburger Ratsherr erhielt bei der heutigen Bürgermeister-Wahl in Fockbek 56,7 Prozent der Stimmen.

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10. November 2013, 19:06 Uhr

Fockbek | Mit einer faustdicken Überraschung endete die Direktwahl des hauptamtlichen Bürgermeisters der Gemeinde Fockbek. Der Einzelbewerber Holger Diehr erhielt 56,7 Prozent der Stimmen. Damit war der jetzige Rendsburger CDU-Ratsherr klarer Sieger vor dem SPD-Kandidaten Maik Schwartau, auf den 41,25 Prozent entfielen. Eine Stichwahl zwischen diesen beiden Kandidaten war eher erwartet worden als ein derart deutliches Ergebnis. Olaf Lauenroth (FDP) endete abgeschlagen bei 2,05 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei erstaunlichen 54,3 Prozent.

Nach dem Schließen der beiden Wahllokale in der Bergschule und dem Rathaus füllte sich das letztgenannte Gebäude nach und nach. Aktuelle und frühere Gemeindevertreter, der vorige Fockbeker und heutige Rendsburger Bürgermeister Pierre Gilgenast sowie interessierte Bürger verfolgten das Auszählen der Stimmen. Schon der Augenschein ließ bald das spätere Ergebnis ahnen. Waren zunächst die Stapel der Zettel mit den Kreuzen für Schwartau und Diehr gleich hoch, wuchs der Papierberg zugunsten des 44-jährigen Polizeihauptkommissars zusehends.

Um 19.08 Uhr verkündete Gemeindewahlleiter Bernd Brommann die mit Spannung erwarteten Zahlen. Von 5261 Wahlberechtigten hatten 2857 ihre Stimmen abgegeben, von denen wiederum 2822  gültig waren. 1600 Männer und Frauen entschieden sich für Holger Diehr, 1164 waren für Maik Schwartau und 58 wählten Olaf Lauenroth.

Mit diesem deutlichen Ergebnis, über das er sich umso mehr freue, habe er nicht gerechnet, sagte ein strahlender Holger Diehr. Schließlich sei Fockbek angesichts des Ausgangs der Kommunalwahlen mit der absoluten Mehrheit für die SPD jetzt eine rote Hochburg. Doch habe Pierre Gilgenasts Amtszeit bewiesen, dass man sehr wohl auch gegen eine Mehrheit in der Gemeindevertretung die Verwaltung leiten könne. Mit seinem Arbeitgeber, dem Landespolizeiamt, will der Wahlsieger jetzt die Modalitäten für den Wechsel auf den neuen Posten klären.

Bevor die Fockbekeran die Urnen gingen, ließ Diehr von sechs Helferteams ab 3.30 Uhr bis zum Öffnen der Wahllokale über 3000 Brötchen verteilen. Ob die Empfehlung auf den Tüten – „Moin, moin, Fockbek. Heute wählen gehen“ – Einfluss auf die Wahlbeteiligung hatte, ist nicht nachzuvollziehen. Mit der Aktion hat Diehr auf ein Erfolgsrezept zurückgegriffen, das seinerzeit Andreas Breitner vor der Wahl zum Rendsburger Bürgermeister anwandte.

Büsums Bürgermeister Maik Schwartau (50) zeigte sich von seinem Abschneiden enttäuscht. Er habe damit gerechnet, dass er oder Diehr knapp über 50 Prozent erreichen würden. Das Ergebnis sei trotzdem in Ordnung, erkannte er die Entscheidung der Wähler an. Das erste wesentliche Gespräch über die Zukunft werde er mit seiner Lebensgefährtin Dr. Birte Pusback führen. Olaf Lauenroth (54) war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Gemeindewahlausschuss wird  am Montag um 18 Uhr in seiner öffentlichen Sitzung im Rathaus das Ergebnis der Wahl feststellen.

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