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Militärtransporter : Hohns Chancen auf A400M steigen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Noch kein Standort für 13 neue Maschinen gefunden. CDU-Bundestagsabgeordneter Johann Wadephul setzt sich für Nato-Flugplatz ein.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2017 | 15:45 Uhr

Die Zukunft des Nato-Flugplatzes Hohn könnte rosiger aussehen als bislang gedacht. Die Chancen steigen, dass dort in einigen Jahren sogar der neue Militärtransporter A400M stationiert wird. Denn die Bundesrepublik stellt über die 40 geplanten Exemplare hinaus 13 zusätzliche Flugzeuge in den Dienst. Zudem gibt es offenbar die Ansage aus dem Verteidigungsministerium, angesichts steigender Rüstungsausgaben vorerst keinen Bundeswehr-Standort mehr zu schließen. Damit kommt der Flugplatz wieder ins Spiel, obwohl er nach derzeitigem Stand Ende des Jahres 2021 aufgegeben werden soll. Bis dahin läuft noch der Restflugbetrieb der Transall C-160 des Lufttransportgeschwaders (LTG) 63.

Ursprünglich hatte der Bund 53 Flugzeuge des Typs A400M beim Hersteller Airbus bestellt. 2011 war beschlossen worden, 13 davon weiterzuverkaufen. Nachdem jedoch immer mehr Pannen bei dem Flugzeug bekannt wurden, wird das Verteidigungsministerium die überschüssigen Exemplare nicht los, wie Mitte vergangenen Monats bekannt wurde. Deshalb sollen sie nun von der Luftwaffe genutzt werden. Der Flugplatz Wunstorf, der nach bisherigen Planungen der einzige A400M-Standort in Deutschland sein soll, ist jedoch lediglich für 40 Exemplare ausgebaut worden. Aus diesem Grund muss ein zweiter Stützpunkt her. Im Gespräch ist offenbar Lechfeld südlich von Augsburg. Aber auch Hohn könnte zum Zuge kommen, wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Johann Wadephul auf Nachfrage der Landeszeitung bestätigte. Er habe sich bereits vor zwei Monaten schriftlich bei Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen für Hohn eingesetzt. Im Antwortschreiben sei lediglich vom Restflugbetrieb der Transall bis 2021 die Rede gewesen. „Von der Schließung des Standorts steht dort kein Wort, das ist ein Unterschied“, so Wadephul. „Mein klares Plädoyer ist: Wir müssen den Flugplatz mit der Kaserne in Alt Duvenstedt offen halten und prüfen, ob er für den neuen Militärtransporter oder für Maschinen vom Typ Hercules geeignet ist.“ Amerikanische Hercules-Flugzeuge seien bereits bestellt worden, um die Transall in drei Jahren zu ersetzen. Die sollen zwar in Frankreich stationiert werden, weil es eine Kooperation mit dem Nachbarstaat gebe, das könne man aber noch einmal überdenken. Wenn solche Flieger auch eine Heimat in Deutschland finden sollen, dann nach Wadephuls Meinung in Hohn.

Die Stationierung der A400M ist laut dem Bundestagsabgeordneten und CDU-Kreisvorsitzenden „eine eher mittelfristige Sache, aber wir müssen jetzt schon einen Fuß in die Tür stellen. Es ist noch viel politische Überzeugungsarbeit nötig“. Die Chancen stehen ihm zufolge aber gut. „Zwei Faktoren sprechen für uns: Zunächst die Tatsache, dass es mehr Flugzeuge gibt. Darüber hinaus ist es erklärte Politik des Verteidigungsministeriums, keinen Standort mehr aufzugeben, weil die Landesverteidigung wieder wichtiger wird.“

Offiziell wird bestritten, dass der A400M für Hohn geplant ist. „Die Stationierungsentscheidung ist gefallen“, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch Reinhard Schöning vom LTG sagte auf LZ-Nachfrage: „Wir gehen von der Auflösung 2021 aus, daran gibt es derzeit nichts zu rütteln.“

Hinter den Kulissen wird das A400M-Szenario aber offenbar schon durchgespielt und der Frage nachgegangen, welche Voraussetzungen für das Riesen-Flugzeug geschaffen werden müssen. Die Start- und Landebahn ist jedenfalls mit ihren 2440 Metern lang genug. Der A400M landete bereits im vergangenen Jahr zum Tag der Bundeswehr in Hohn. „Allerdings ohne Beladung“, so Schöning. Mit Fracht muss eine längere Start- und Landedistanz berücksichtigt werden. Die Piste in Wunstorf ist mit 2500 Metern allerdings nur unwesentlich länger. Zudem müssten die drei 55 Jahre alten Hangars durch größere ersetzt werden. Die 13 überschüssigen neuen Militärtransporter werden im Jahr 2018 ausgeliefert.

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