Volksbank : Hoher Kostendruck, solide Dividende

Blumen für eine bewährte Bank-Kontrolleurin: Die Vorstandsmitglieder Georg Schäfer (links) und Friedrich Greten (rechts) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Jorn Kick verabschieden Aufsichtsrätin Monika Boye.
Blumen für eine bewährte Bank-Kontrolleurin: Die Vorstandsmitglieder Georg Schäfer (links) und Friedrich Greten (rechts) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Jorn Kick verabschieden Aufsichtsrätin Monika Boye.

Volksbank-Raiffeisenbank legt Geschäftsbericht für 2017 vor: Bilanzsumme steigt um 7,8 Prozent auf 665 Millionen Euro.

shz.de von
30. Juni 2018, 08:00 Uhr

Rendsburg | Die See ist kabbelig, aber das Schiff befindet sich dennoch auf sicherem Kurs. Auf die Volksbank-Raiffeisenbank Rendsburg übertragen, bedeutet das: Das Geldinstitut plagt sich mit Niedrigzinsen und einem hohen Kostendruck herum – und erwirtschaftet dennoch einen soliden Überschuss, der wiederum die Ausschüttung einer dreiprozentigen Dividende ermöglicht. Vorstandsmitglied Friedrich Greten fasste am Donnerstagabend auf der Vertreterversammlung im Hohen Arsenal zusammen: „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

Die Bilanzsumme stieg im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 665 Millionen Euro. Das Wachstum bei den Krediten lag bei 2,8 Prozent und erreicht jetzt eine Summe von 367 Millionen Euro. Kräftig fiel die Steigerung bei den Kundeneinlagen aus. 478 Millionen Euro haben Privatleute und Firmen der Bank anvertraut, ein Plus von 10,1 Prozent. Der Zinsüberschuss und die Provisionen erreichen eine Höhe von 20 Millionen Euro und liegen damit auf Vorjahresniveau. Das Betriebsergebnis wuchs um 221 000 Euro auf 6,2 Millionen. Zum Vergleich: zehn Jahre zuvor waren es 3,2 Millionen.

Die Bank nutzt einen Teil des Überschusses, um ihr Eigenkapital weiter zu stärken. Es wuchs um fünf Prozent auf 80 Millionen. Damit ist es mehr als doppelt so hoch wie das vom Gesetzgeber geforderte Mindestmaß. Greten: „Damit verfügen wir über umfangreiche Wachstumsspielräume, um den Kreditwünschen von Privat- und Firmenkunden gleichermaßen gerecht zu werden.“ Greten kündigte dabei an, dass die Bank trotz des Kostendrucks auf keinen Fall ihre Kreditvergabegrundsätze aufweichen werde, wie das anderenorts gemacht wird, um sinkende Margen aufzufangen.

Sein Vorstandskollege Georg Schäfer stellte die zunehmende Digitalisierung in den Mittelpunkt seines Vortrags. 73 Millionen Handynutzer gibt es in Deutschland – eine Entwicklung, die die Bank nicht ignorieren kann und will. Facebook und „WhatsApp“ sind tägliches Arbeitswerkzeug. Seit kurzem bietet das Geldinstitut den Kunden in allen Filialen einen kostenfreien WLan-Zugang an. Schäfer plädierte dennoch dafür, die Kommunikation via Internet nicht zum Maß aller Dinge zu verklären. „Was unsere Bank seit über 120 Jahren ausmacht, ist der persönliche Kontakt und das Gespür, was das Richtige für unsere Kunden ist“, sagte er. Dazu reichten Facebook und „WhatsApp“ bei weitem nicht aus. Schäfer: „Wir müssen keine Digitalisierungs-Strategie entwickeln, sondern eine Geschäfts- und Kommunikationsstrategie für das digitale Zeitalter.“ An der Präsenz an zentralen Stellen des Geschäftsgebietes wolle man festhalten und diese ausbauen: „Wir wollen den persönlichen Kontakt aufrechterhalten.“

Dass die Bank dieser Draht wichtig ist, stellte Schäfer prompt unter Beweis. Von der Leinwand im Arsenal wünschte Rendsburgs Markgraf Erwin Schimmer per Videobotschaft der Versammlung einen guten Verlauf. In den vergangenen elf Jahren hatte Schimmer gemeinsam mit „Stutentrine“ Rita Ihrig die Mitglieder der Vertreterversammlung stets willkommen geheißen. Krankheitsbedingt musste Schimmer dieses Jahr zu Hause bleiben. Im Vorfeld der Veranstaltung hatte Georg Schäfer das Rendsburger Original besucht, um eine Leckerei zur Genesung zu überreichen. Dabei entstand der Videoclip als Gruß an die Bank, ihre Mitarbeiter und Mitglieder.

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