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Schwimmzentrum : Höhere Preise gegen tiefrote Zahlen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ab dem kommenden Monat zahlen Badegäste in Rendsburg mehr. Die erwarten 80 000 Euro an zusätzlichen Einnahmen sollen den 2,1 Millionen Euro hohen Jahresverlust mindern.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 12:03 Uhr

Die Preiserhöhung war Streitthema in der Politik – jetzt wird sie umgesetzt: Ab dem 1. März müssen Besucher des städtischen Schwimmbads mehr Eintritt zahlen. Die Tarife werden zum Teil deutlich angehoben. Der prozentuale Anstieg schwankt zwischen 18 und hundert Prozent (siehe Tabelle).

Die Änderung wurde vom siebenköpfigen Aufsichtsrat der Stadtwerke Rendsburg – Betreiber des Schwimmzentrums – mehrheitlich beschlossen. Das Gremium folgte der Empfehlung einer Unternehmensberatung, deren Strategiekonzept im Kern die Fortführung des Badebetriebs bei höheren Eintrittspreisen und geänderten Öffnungszeiten vorgeschlagen hatte. Anregungen der SPD-Fraktion finden sich in der neuen Entgeltordnung nicht wieder. Die Sozialdemokraten hatten gesonderte Tarife für sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen gefordert sowie den Preisanstieg auf maximal 15 Prozent innerhalb der kommenden drei Jahre begrenzen wollen. Der Senat stimmte einem entsprechenden SPD-Antrag im November mehrheitlich zu – eine bindende Wirkung für den Aufsichtsrat der Stadtwerke hatte dieses Votum allerdings nicht. Mit dem Preisanstieg will die Stadt die Verluste im Schwimmzentrum eindämmen. Im Wirtschaftsjahr 2014 steht ein Minus von 2,15 Millionen Euro zu Buche. „Durch die neuen Tarife rechnen wir mit jährlichen Mehreinnahmen von rund 80  000 Euro“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr. Die höheren Preise hält er für gerechtfertigt, auch mit Blick auf die anderen Bäder im Raum Rendsburg und im übrigen Kreisgebiet. „Fünf Euro Eintritt pro Erwachsenem können wir vertreten.“

Die Vorschläge der SPD seien nicht umgesetzt worden, weil die jährlichen Mehreinnahmen sonst erheblich niedriger ausfallen würden. Durch die ebenfalls geforderten längeren Öffnungszeiten wären auch deutliche Zusatzkosten entstanden, so Spehr. Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien hätten über das bundesweite Bildungs- und Teilhabepaket die Möglichkeit, in den Genuss eines vergünstigten Freibad-Besuchs zu kommen.

Unzufrieden mit der neuen Preisstruktur zeigt sich SPD-Fraktionsvorsitzender Helge Hinz. „Die soziale Komponente wurde wenig bis gar nicht berücksichtigt, das ist bedauerlich.“ Seine Partei habe möglichst vielen Menschen den Schwimmbadbesuch ermöglichen wollen. „Die mühsame Diskussion ist leider nicht honoriert worden.“

Kritik kommt auch von Ute Landt, Sprecherin der Initiative „Pro Freibad“. „Wir befürchten, dass jetzt noch weniger Besucher das Freibad nutzen und die Zahlen irgendwann so niedrig sind, dass es zur Schließung kommt.“

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