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Rendsburger Innenstadt : Höhere Parkgebühren vom Tisch

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bürgermeister bezeichnet eigenen Vorstoß als „Fehler“. Auch neue Tarife für die Sondernutzung öffentlicher Flächen wird es nicht geben.

Das Parken in der Innenstadt wird nun doch nicht teurer. Bürgermeister Pierre Gilgenast kündigte gestern gegenüber der Landeszeitung an, seine Bemühungen um eine Erhöhung der Ticketpreise einzustellen. Weder im Finanzausschuss noch in der Ratsversammlung werde er eine neue Preisstruktur beantragen. Gilgenast reagierte damit auf eine Entscheidung des Bauausschusses. Das Gremium hatte die vom Rathaus erarbeitete neue Gebührensatzung am Dienstagabend einstimmig abgelehnt. Zudem hatten zuletzt die Proteste aus der Bevölkerung zugenommen. Insbesondere aus der Kaufmannschaft war dem Bürgermeister ein schwerwiegender Vorwurf gemacht worden: Er würde mit seinen Gebührenplänen die Bemühungen zunichte machen, die Innenstadt attraktiver zu gestalten.

Um bis zu 42 Prozent sollten die Tickets im kommenden Jahr teurer werden. Davon hatte sich die Stadt eine Mehreinnahme von 80 000 Euro versprochen. Das Vorhaben sorgte für Gesprächsstoff. „Kunden sagten uns, dann könnten sie ja auch gleich nach Kiel fahren“, berichtet I.D.Sievers-Chef Axel Bornhöft. Der Verwaltung wurde eine „Abzock-Mentalität“ vorgehalten. Sie sei ein „unberechenbarer Partner, der immer wieder neue Ideen aus dem Hut zaubert.“ Auch Gilgenast spürte, welche Wellen sein Vorschlag schlug. Durch die Parkgebühren-Diskussion sei eine negative Atmosphäre geschaffen worden, räumte er ein. Diese laufe den Bemühungen entgegen, die Innenstadt zu beleben. Der Bürgermeister machte deutlich, dass die in Sachen Stadtmarketing erzielten Erfolge keineswegs gefährdet werden sollten. Auf Nachfrage der Landeszeitung bezeichnete er den von ihm selbst eingebrachten Vorschlag als „Fehler“. Grundsätzlich müsse man allerdings angesichts des städtischen Etats „auch mal eine unbequeme Gebührendiskussion aushalten“. Der Schuldenberg der Stadt wird im kommenden Jahr weiter steigen, voraussichtlich um fünf auf 53 Millionen Euro.

Nicht nur höhere Parkgebühren sind seit gestern vom Tisch. Mit der von der Stadt vorgeschlagenen Erhöhung der Sondernutzungsgebühren müssen sich die Politiker ebenfalls nicht mehr befassen. Auch diese Empfehlung zieht Gilgenast zurück. Cafés müssen also nicht mehr Geld als bisher dafür zahlen, wenn sie Tische und Bänke unter freiem Himmel aufstellen.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 01:10 Uhr

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