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Kreis Rendsburg-Eckernförde : Höhere Müllgebühren ab 2015

vom
Aus der Redaktion des Schlei-Boten

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde steigt die Grundpauschale für Restabfall um 2,50 Euro im Monat. Wer keine Biotonne hat, muss nur die Hälfte bezahlen.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 10:58 Uhr

Die meisten Kunden der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWR) kommen um die „Gebührenerhöhung durch die Hintertür“ nicht herum: Der Umwelt- und Bauausschuss hat nun nur eine geringe Änderung des AWR-Vorschlages beschlossen, die Grundpauschale für den Restabfall um 2,50 Euro zu erhöhen. Demnach wird der Betrag für Kunden ohne Biotonne lediglich um die Hälfte angehoben. Das sind 1,25 Euro monatlich.

Mit diesem Vorschlag wolle die AWR den Kunden entgegenkommen, die auf ihrem Grundstück selbst kompostieren und einen Aufwand für die Befreiung von der Biotonne hatten, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jörg Lüth zur Begründung vor dem Ausschuss. „Wir wollen das Eigenkompostieren nicht verdrängen, sondern fördern“, sagte er. Dass diese Kunden aber immer noch die Hälfte des ursprünglich vorgesehenen Betrags zahlen müssen, begründete er mit der Leistung, die die AWR durch die Abholung im gesamten Kreis vorhalte. Laut Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt sind derzeit 1873 Befreiungsanträge genehmigt worden, rund 400 befinden sich noch in der Prüfung.

Für die meisten der 86.500 Grundstücke im Kreis gilt also die Gebührenkalkulation, die in den vergangenen Tagen bereits stark in der Kritik stand: Sobald die Pflicht zur Biotonne ab 1. Januar 2015 in Kraft tritt, fällt die Gebühr pro braunem Behälter von 2,50 Euro zwar weg, doch die monatliche Grundpauschale wird um den gleichen Betrag von 3,40 Euro auf 5,90 Euro angehoben (wir berichteten). Das entspricht 30 Euro jährlich – einem Anstieg von 73,5 Prozent. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorschlag mit einer Gegenstimme zu.

Die Kritik vieler Kunden gegen die Gebührenanpassung war aufgekommen, weil im Zusammenhang mit der Biotonne nicht von einer Erhöhung der Gebühren die Rede war. Seitdem klar ist, dass die Biotonne zur Pflicht wird, sind rund 40.000 Grundstücke damit ausgestattet worden. Davor hielt nur etwa jedes zweite einen der braunen Behälter.

Ingolf Bädtker vom Hausverwalter „Schleswig-Holsteinische Grundstücksverwertung“ aus Rendsburg rechnet etwa vor, dass die Verlagerung der Gebühr für die Biotonne in die Grundpauschale vor allem Mieter in größeren Wohnanlagen mit kleinen Wohnungen belaste. Das mache rund 30 Prozent mehr für die Entsorgung aus.

„Eine völlige Gerechtigkeit ist nicht möglich“, sagte Ausschussvorsitzender Reimer Tank (CDU). Er hielt den Vorschlag der AWR für annehmbar. Hans-Jörg Lüth warb weiterhin für die Tonne: „Wir haben die Gebühren seit 1997 nicht erhöht – es sind die günstigsten landesweit.“ Jetzt sei mit der Biotonne eine neue Leistung vorhanden, deren Kosten umgelegt werden müssten.

Ralph Hohenschurz-Schmidt verwies darauf, dass die Haushalte durch die Mülltrennung Geld sparen können. Je mehr in der – ab 2015 kostenlosen – Biotonne lande, desto weniger Restmüll falle an. Zudem sei die Trennung und einzelne Verwertung im Sinne der Ressourcenschonung geboten. „Jetzt können wir mit dem Gas aus der Verwertung des Bioguts 4000 Haushalte mit Strom versorgen. Wenn die Biotonne Pflicht ist, könnten es sogar 6000 werden.“


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