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Probleme für Eltern : Höhere Gebühren, weniger Service

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Personalnot an den vier städtischen Kitas spitzt sich zu – trotz gestiegener Elternbeiträge. Einstellung weiterer Vertretungskräfte zieht sich hin.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2016 | 09:20 Uhr

Ansteigende Gebühren, abnehmende Verlässlichkeit – mit diesem Ärgernis müssen in diesem Jahr viele Eltern leben, die ihre Kinder in einer der vier städtischen Kindertagesstätten untergebracht haben. Die Zahl der Tage, an denen Gruppen wegen Personalnot teilweise oder ganz geschlossen werden mussten, hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als vervierfacht. Gleichzeitig wurden die Gebühren zu Jahresbeginn um zehn Prozent erhöht. Die Daten gehen aus einer Vorlage für den heute tagenden Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen hervor (18 Uhr, Altes Rathaus). Das Gremium unter Leitung von Klaus Brunkert (CDU) soll über die Einstellung weiterer Vertretungskräfte beschließen, mit denen die Personalnot gelindert werden soll.

Die Bilanz aus dem Fachdienst Familie umfasst für dieses Jahr eine Liste mit elf Positionen (siehe Übersicht rechts): Im Zeitraum zwischen dem 8. Januar und dem 17. März kam es an insgesamt 14 Tagen zu Einschränkungen, weil zu wenig Personal vorhanden war und der gesetzlich vorgeschriebene Personalschlüssel – die Höchstzahl an Kindern pro Fachkraft – nicht überschritten werden durfte. 2015 waren es nur drei Tage mit Vakanz, im Jahr davor nur zwei.

242 Euro im Monat zahlen Eltern, die ihr über drei Jahre altes Kind acht Stunden täglich in einer kommunalen Kita betreuen lassen. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Jahr zuvor (220 Euro). Die Regelgebühr für ein Krippenkind bei acht Stunden Betreuungszeit pro Tag beträgt 418 Euro im Monat (vorher: 380 Euro). Die Höhe des Tarifs wird stundenweise abgestuft. Viele Eltern kommen über die Sozialstaffel in den Genuss von Ermäßigungen.

Sollte der Finanzausschuss heute die Einstellung von zwei weiteren Vertretungskräften absegnen, wäre die Personalknappheit damit längst nicht vorbei. Erst müssen auch noch der Senat (tagt am Donnerstag) und die Ratsversammlung grünes Licht geben. Das Stadtparlament tagt jedoch erst wieder kurz vor der Sommerpause, am 21. Juli. Erst wenn die Änderung des Stellenplans 2016 von der Politik besiegelt ist, darf das Rathaus die Stellenausschreibung auf den Weg bringen. Dass die neuen Mitarbeiter dann zum Start des Kita-Jahres Anfang September einsatzbereit wären, hält Fachdienstleiterin Brigitte Fugmann für unwahrscheinlich bis unmöglich. „Das kann nicht funktionieren“, die Zeit sei zu knapp. Zwei zusätzliche Halbtagskräfte sind bereits an den Kitas tätig, sie teilen sich jeweils zwischen den Häusern Kunterbunt/Butterberg und Stadtpark/Neuwerk auf.

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