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Rendsburg-Ost Spitzenreiter : Höchste Wahlbeteiligung im Land

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Wahlkreis Rendsburg-Ost gaben 74,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 11:08 Uhr

Hochgefühle bei der CDU, Katerstimmung bei der SPD: Den Mitgliedern beider großen Parteien ist am gestrigen Tag nach der Landtagswahl wohl erst richtig bewusst geworden, wie klar das Ergebnis in den drei Wahlkreisen Rendsburg-Eckernfördes ausgegangen ist. Selten haben die Sozialdemokraten in den Direktwahl-Ergebnissen so krachend gegen die Konkurrenz von der CDU verloren (wir berichteten). Die Christdemokraten hatten sich satte Gewinne gesichert und waren durchweg mit 40 Prozent Zustimmung oder darüber aus der Wahl hervorgegangen. Es gibt aber noch einen zweiten Gewinner: Die Wahlbeteiligung ist in allen drei Wahlkreisen angestiegen. In zwei von ihnen lag sie sogar weit über dem Landesdurchschnitt.

In der Gemeinde Friedrichsgraben erreichte die Beteiligung sogar rund 93 Prozent. 41 der 44 Wahlberechtigten des Dorfes in der Hohner Harde fanden am Sonntag den Weg zur Urne im Bürgermeister-Wohnzimmer – und das schon bis 15.30 Uhr. Die übrigen drei kamen dann auch nicht mehr, sodass die Stimmen nach Schließung der Wahllokale schnell ausgezählt waren: Um 18.17 Uhr wurden die Ergebnisse an die Zentrale in Rendsburg übermittelt. Friedrichsgraben war damit wieder die erste Gemeinde. Das letzte Ergebnis kam aus der Stadt Eckernförde – dort ließ man sich bis 23.58 Uhr Zeit. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so lange gedauert hat“, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Kai Volkmann gestern. Hintergrund waren Schwierigkeiten bei der Auszählung. „Wir hatten viele neue Wahlhelfer, die die Erfahrung nicht hatten“, erklärte Volkmann. Ein einziger Rechenfehler könne schon nervös machen. Ähnlich war es in Osterrönfeld, wo die Auszählung bis 23.33 Uhr dauerte. „Es hat dann aber keinen Zweck zu treiben, die ehrenamtlichen Helfer sind aufgeregt genug.“

Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber dem Jahr 2012 um rund fünf Prozentpunkte an. Im Wahlkreis Rendsburg-Ost (9) beteiligten sich 74,8 Prozent der Wahlberechtigten am Urnengang – nirgendwo im gesamten Land war der Anteil höher. Der Wahlkreis Eckernförde erreichte mit 72,9 Prozent ebenfalls einen Spitzenwert. Nur der Wahlkreis Rendsburg (10) lag mit 64 Prozent genau im Landesdurchschnitt. Sönke Rix ist zwar darüber erfreut, trösten kann es den Kreisvorsitzenden der SPD jedoch kaum. „Es ist wirklich positiv, dass so viele Menschen zur Wahl gegangen sind. Es ist ein Trugschluss, dass die Sozialdemokraten von hohen Wahlbeteiligungen profitieren“, sagte der Bundestagsabgeordnete gestern. Den Grund für die Verluste der Kandidaten Serpil Midyatli, Kai Dolgner und Ralf Stegner aus seinem Kreisverband gegenüber den CDU-Konkurrenten sieht er in der Landespolitik, etwa in der „Unzufriedenheit der Wähler mit dem SPD-Spitzenkandidaten“ Torsten Albig. „An unseren Kandidaten im Kreis Rendsburg-Eckernförde lag es nicht“, so Rix. Der überdurchschnittliche Verlust, den Serpil Midyatli (26,7 Prozent) gegenüber Daniel Günther (43,2 Prozent) eingefahren hat, sei zum Teil mit den besonderen Herausforderungen, gegen einen Spitzenkandidaten anzutreten, zu erklären. „Ich bin froh, dass wir uns über die Landesliste abgesichert haben, und deshalb unser Kreis komplett im Landtag vertreten ist“, sagte Rix. Die Sozialdemokraten haben durch die verlorene Wahl keinen Führungsanspruch mehr, sodass eine „sehr ungewohnte Situation“ entstanden sei: „Die Grünen und die FDP sind nun die Königsmacher. Sie müssen sich einigen, wer die nächste Koalition führen soll.“ Die Grünen favorisieren die SPD, die Liberalen hingegen die CDU.

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