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Landeszeitung

11. Dezember 2017 | 07:32 Uhr

Höchste Ehre durch SPD-Prominenz

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sozialdemokraten vergeben bei Jahresempfang Willy-Brandt-Medaille an Rosemarie Fleck aus Fockbek / Ministerpräsident zu Gast in Büdelsdorf

Prominenter Besuch beim Jahresempfang des Kreisverbands und der Kreistagsfraktion der SPD Rendsburg-Eckernförde: Ministerpräsident Torsten Albig und Landesvorsitzender Ralf Stegner waren jetzt zu Gast im Regionalen Bürgerzentrum in Büdelsdorf. 200 Gäste, nicht nur Parteigenossen, waren der Einladung gefolgt. Dabei wurden Rosemarie Fleck und Horst Kownatzki für ihre jahrzehntelange Parteiarbeit geehrt.

Doch zunächst stand das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt. „Wir machen etwas!“ – dieser Kernsatz sei die Antwort auf die größte Herausforderung der letzten 70 Jahre, sagte Torsten Albig. Aus einer Welt mit Krieg, Elend und Hunger hätten sich Menschen auf den Weg auch nach Schleswig-Holstein gemacht, im vergangenen Jahr 35  000. Jeder habe eine feste Unterkunft bekommen, keiner musste in der Kälte ausharren, so Albig. Er hob darüber hinaus hervor, dass sich die Zivilgesellschaft engagiert habe, um den Flüchtlingen zu helfen, ein Teil von Schleswig-Holstein zu werden. Feuerwehren, Vereine und Firmen, die Praktikumsplätze anbieten, tragen ihm zufolge dazu bei, aus Fremden Bürger zu machen.

2015 habe gezeigt, dass die Gesellschaft trotz der hohen Flüchtlingszahl nicht zusammengebrochen sei. Allerdings sei zu fragen, wie lange das noch zu leisten sei. Zwar könne man dieses Jahr entspannter angehen, weil man besser als im Vorjahr vorbereitet sei, aber das heißt nicht, dass es immer so weiter gehen könne, sagte Albig. Jetzt stehe Integration im Vordergrund, wobei beim Spracherwerb auch die Eigeninitiative der Neuankömmlinge gefordert sei. Aber es müsse auch gefragt werden, wie man erreichen kann, „dass nicht mehr so viele Flüchtlinge kommen“, betonte Albig. Eine Obergrenze, Stacheldraht und bewaffnete Grenzkräfte seien keine Lösung. „Was machen wir mit dem 200  001. Flüchtling? Darauf gibt es keine Antwort.“

Albig ging auch auf die seiner Einschätzung nach positive wirtschaftliche Entwicklung im Land ein, die durch die niedrigste Arbeitslosenquote und die höchste Beschäftigungszahl seit 20 Jahren deutlich werde. Trotz 300 Millionen Euro an zusätzlichen Aufwendungen für Flüchtlinge sei ein Überschuss von 187 Millionen Euro erzielt worden. Viel Applaus erhielt Albig, als er ein klares Statement für den Erhalt der Rendsburger Schwebefähre abgab.

Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Ralf Stegner ehrte bei der Veranstaltung am Sonnabend Rosemarie Fleck, die der Partei seit 50 Jahren angehört. Die 94-Jährige, die jetzt in Fockbek lebt, erhielt die Willy-Brandt-Medaille, die höchste von der SPD vergebene Auszeichnung. Die promovierte Volkswirtschaftlerin, die am Institut für Weltwirtschaft in Kiel tätig war, trat 1965 in die SPD ein. Von 1967 bis 1975 war sie Landtagsabgeordnete. „Als eine von damals drei Frauen“, stellte Stegner in seiner Laudatio für „eine der dienstältesten SPD-Frauen im Kreis“ fest. Als Paradebeispiel dafür, wie man solide einen SPD-Ortsverein führt, bezeichnete der Kreisvorsitzende Sönke Rix die Arbeit von Horst Kownatzki. Seit 40 Jahren in der SPD stand Kownatzki 25 Jahre lang an der Spitze des Ortsvereins Fleckeby. Für seine ehrenamtliche Tätigkeit wurde er mit der Schleswig-Holstein-Medaille ausgezeichnet. Die Europaabgeordnete Ulrike Rodust sagte, Horst Kownatzki habe einen Anteil an ihrem europapolitischen Engagement.

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