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NordArt eröffnet : Hochsaison der Kunst

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sie ist das Ereignis in Schleswig-Holstein: Die 19. Internationale Kunstschau NordArt ist eröffnet worden. Rund 4000 Besucher bestaunten zum Auftakt die Werke auf dem Gelände und in den Hallen der Carlshütte.

Für den entscheidenden Satz seiner Rede am Sonnabend bat Hans-Julius Ahlmann seine Frau Johanna, mit ans Rednerpult zu treten: Um 17.15 Uhr verkündete das Gastgeberpaar feierlich: „Hiermit erklären wir die 19. Auflage der NordArt für eröffnet!“ Das Publikum reagierte mit tosendem Applaus, ringsumher blickte man in glückliche Gesichter – die NordArt-Eröffnung: Ein voller Erfolg.

Grundbedingung hierfür war, dass das Wetter mitspielte. Am frühen Nachmittag noch blickte Co-Kuratorin Inga Aru mit sorgenvollem Blick auf die Wetter-App ihres Smartphones. Ihre Nervosität war durchaus nachvollziehbar: Tags zuvor nämlich noch wurde die Vorbesichtigung von einem heftigen Unwetter beeinträchtigt: Am Freitag peitschte ein so intensiver Starkregen auf das Dach der Carlshütte, dass die Reden der Ehrengäste teils nicht mehr zu verstehen waren; an einigen Stellen drang zudem sogar Wasser ein. Doch am Sonnabend zeigte sich der Wettergott gnädig: Temperaturen von zirka 25 Grad und lediglich harmlose Bewölkung sorgten dafür, dass die Besucher in Scharen zur Eröffnungszeremonie strömten. „Wir schätzen die heutige Besucherzahl auf etwa 4000 Menschen“, sagte Aru.

Den Nachmittag verbrachten die Gäste im weitläufigen Skulpturenpark. Hier wurden zum einen die zahlreichen Kunstwerke bewundert; zum Beispiel der „First Rider“, eine riesige Stahlskulptur des russischen Künstlerensembles „AES+F“ oder der „Time Tunnel“ von Jo Kley, eine spiralförmig zulaufende Marmorskulptur – zum anderen machte man es sich aber auch einfach bequem: Viele Gäste saßen in Gruppen auf den Rasenflächen und funktionierten Kunstwerk-Sockel in Sitzgelegenheiten um. Diese legere und unverkrampfte Haltung wurde vom Veranstalter durchaus begrüßt: „Unsere Eröffnungsfeier soll Volksfestcharakter haben“, erklärte Aru.

Trotzdem gab es auch offizielle Veranstaltungspunkte; etwa die Verleihung des NordArt-Preises 2016, eine mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die direkt vom Veranstalterehepaar, Hans-Julius und Johanna Ahlmann, vergeben wird. Als Gewinner wurde David Cerny geehrt, ein Tscheche, der mit seiner Kunst durchaus polarisiert: „In Brüssel sollte er einst jedes europäische Land mit einem Kunstwerk darstellen: Deutschland verkörperte er mit einem Autobahnmodell in Hakenkreuzform, Bulgarien mit einem Stehklo“, verdeutlichte Hans-Julius Ahlmann den provozierenden Geist des Preisträgers. Am frühen Abend durften die Besucher dann auch die Kunsthalle betreten, wo ihnen eine bunte Mischung aus Gemälden, Skulpturen, Installationen und Videokunst geboten wurde.

Besonderes Interesse galt dem dänischen Pavillon: Werke von insgesamt 21 Künstlern aus dem Schwerpunktland hat die Kuratorin Jette Gejl dort arrangiert. Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden: „Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass es trotz der enormen Vielfalt einen gemeinsamen Geist gibt, der all unsere Exponate verbindet. Außerdem ist die Location ideal: In dieser monumentalen Halle kommt die Kunst viel intensiver zur Geltung als in einem Museum“, zeigte sie sich erfreut.

Wer sich in der Ausstellung nicht bloß als Betrachter, sondern auch als Juror fühlen will, kann sich am Eingang einen Stimmzettel geben lassen, auf dem der persönliche Favorit für den Publikumspreis notiert werden kann. „Bis Mitte September sammeln wir die Stimmen, die drei beliebtesten Künstler erhalten am Ende die Publikumspreise, die mit je 1000 Euro dotiert sind“, erklärte Inga Aru.

Auch die Ahlmanns werden dann ihren Sieger bekannt geben. Aktuell scheint besonders „Der Blindensturz“ von Alexander Taratynov die Begeisterung des Gastgeber-Ehepaares zu wecken: „Die Skulptur nimmt auf ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert sowie auf ein Gleichnis aus der Bibel Bezug – ein sehr lehrreiches und tiefsinniges Werk“, lobte Hans-Julius Ahlmann das Werk.


 

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erstellt am 12.Jun.2017 | 11:11 Uhr

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