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Schnapsidee : Hochbrücke aus 735 Kornflaschen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In einem Fockbeker Garten steht die ungewöhnlichste Weihnachtsbeleuchtung der Region Rendsburg.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2017 | 11:20 Uhr

Das Projekt blieb bis zur feierlichen Enthüllung geheim. Knapp fünf Wochen hatten die Fockbeker Ralf Frahn (47) und Uwe Koss (54) an der kuriosesten Weihnachtsbeleuchtung der Region gezimmert. Am 1. Dezember fiel beim Anpunschen im Garten von Frahn der Vorhang. Ein aus 735 leeren Schnapsflaschen, gut 1000 Schrauben sowie Holzbrettern mit 150 Metern Gesamtlänge und mehreren Lichterketten konstruierter Nachbau der Eisenbahnhochbrücke war aus der Taufe gehoben.

Malermeister Frahn zündete bei der Einweihung ein Feuerwerk ab, seine Gäste waren begeistert bis baff. So eine Hochbrücke hat die Welt noch nicht gesehen! Sogar die Schwebefähre wurde aus Brettern und Buddeln konstruiert.

Eine Schnapsidee, in jeder Hinsicht. Sie entstand an Himmelfahrt vor zwei Jahren. Frahns sahen in einer Boulevardzeitung ein Foto aus Dithmarschen. Die Landjugend Tellingstedt hatte aus Kornflaschen einer Oldesloer Großbrennerei einen haushohen Baum modelliert. „Das war der Anreiz, das können wir auch“, erinnert sich der Chef der Malerei Frahn. Vor einem Jahr wuchs in seinem Garten also ein Tannenbaum aus gestapeltem Altglas. Vier Meter hoch, 527 Flaschen schwer. Schon diese hochprozentige Gartenkunst rief Bewunderung hervor. Für die Fockbeker war der Fall damit eigentlich erledigt. Sie wollten den Aufwand nicht noch einmal treiben. Einige Lichter am Carport, im Garten und im Haus – das sollte in diesem Jahr genügen.

Doch dann packte Ralf Frahn wieder der Ehrgeiz. Eine Hochbrücke – die macht uns keiner nach! Zum Glück waren die Flaschen aus dem Vorjahr noch nicht im Container gelandet. Branka Frahn (40) zeichnete auf der Rückseite eines Einkaufszettels den Entwurf einer Eisenbahnhochbrücke. Auf dieser Grundlage legten Ralf Frahn und sein Nachbar, Nobiskrug-Schiffbauer Uwe Koss (54), am 21. Oktober los. Vier im Boden verankerte Holzpfosten sind das Grundgerüst. 75 Meter Dachlatten und 50 Meter Bretter sind nötig, um den Flaschen Halt zu geben und sie mit Schrauben, Kabelbindern und Silikon zu befestigen. Zwei Drei-Liter-Pullen ragen hoch über den Hauptpfeilern in den Himmel. Sogar die konkave Krümmung des oberen Mittelstücks der Hochbrücke empfinden Frahn und Koss perfekt nach. 24 Flachmänner à 40 Milliliter bilden den Rand der Schwebefähre, rot-weiße Strohhalme deren Schranken. „Da habe ich Wert drauf gelegt“, sagt Branka Frahm, die Architektin. Einen Großteil der Flaschen spendeten Bekannte und Nachbarn. Nur etwa 50 leerten Frahns innerhalb von zwei Jahren zusammen mit Freunden selbst.

Lässt sich das alles noch toppen? Die Fockbeker haben schon eine Idee. Mehr wird nicht verraten. Bis zur Enthüllung am letzten Freitag vor dem 1. Advent im kommenden Jahr.

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