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Flugverkehr in SH : Hochbetrieb über den Wolken

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bis zu 25 Passagierflugzeuge internationaler Airlines fliegen pro Stunde über die Region Rendsburg-Eckernförde hinweg.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 09:15 Uhr

Rendsburg | Gestern um 14.45 Uhr: Aus nordöstlicher Richtung nähert sich eine Boeing 777, die zwölf Stunden zuvor in Hongkong gestartet ist. Zunächst passiert das Passagierflugzeug mit dem Ziel Amsterdam die Stadt Eckernförde und – knapp eineinhalb Minuten später – den Rendsburger Norden. Am Boden kann keiner Notiz davon nehmen, denn der Himmel ist zu diesem Zeitpunkt wolkenverhangen. Und zu hören sind die Maschinen, die die Region in einer Höhe zwischen 10.000 und 13.000 Metern überfliegen, ebenfalls nicht. Glücklicherweise. Angesichts von bis zu 25 Flugbewegungen pro Stunde wären die Menschen im Kreis Rendsburg-Eckernförde sonst einer ständigen Lärmbelästigung ausgesetzt.

An klaren Tagen kann man anhand der Kondensstreifen erahnen, dass der Luftraum über dem Kreis Rendsburg-Eckernförde für den internationalen Flugverkehr bedeutsam sein muss. Luftfahrtgesellschaften wie British Airways, die niederländische KLM oder Air China wickeln einen Teil ihrer Europa-Asien-Flüge über das Herz Schleswig-Holsteins ab, dies gilt vor allem für Verbindungen wie Hongkong-London oder Amsterdam-Peking. Für Airlines aus Skandinavien führt ebenfalls kein Weg an der Region vorbei, insbesondere wenn das Ziel Paris, Madrid oder Teneriffa lautet.

Sogar bei Flügen von Deutschland an die Westküste der Vereinigten Staaten spielt der Norden eine Rolle. Wer von Frankfurt nach San Francisco will, kann zumindest einen Blick auf Eider und Kanal werfen. Etwa 45 Minuten nach dem Start in der Mainmetropole fliegt täglich ein Airbus 380 an der westlichen Grenze des Kreisgebiets entlang. Denn der Gigant der Lüfte nimmt die Flugroute über Island, Grönland und Kanada. Sie ist etwa 1500 Kilometer kürzer als die Strecke über Paris und New York.

Damit am Himmel über Schleswig-Holstein nichts schiefgeht, werden sämtliche Verkehrsflugzeuge von Lotsen in Karlsruhe und Maastricht überwacht. Dies gilt für Flughöhen ab 25.000 Fuß (7600 Meter) und betrifft damit nahezu alle großen Verkehrsmaschinen. die den „echten Norden“ überfliegen. „Bei einer Höhe unter 25.000 Fuß ist unser Kontrollzentrum in Bremen zuständig“, sagt Kristina Kelek von der Deutschen Flugsicherung GmbH. Die Anflugkontrolle hingegen übernehmen die Lotsen der jeweiligen Flughäfen. Die Regisseure des Luftverkehrs weisen den Piloten den Kurs und die exakte Höhe über dem Meeresspiegel zu. Hier ist Präzision gefragt: Der Mindesthöhenabstand zwischen zwei Flugzeugen beträgt nur 1000 Fuß. Das sind umgerechnet etwa 330 Meter.

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