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Fockbek : Hobby setzt auf Premium – und hat wieder Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auf der weltgrößten Caravan-Messe in Düsseldorf wurden 25 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2015 | 09:00 Uhr

Der positive Trend des ersten Halbjahres hat sich auf dem Düsseldorfer „Caravan Salon“ bestätigt: Der Hobby-Konzern befindet sich wieder in der Erfolgsspur. Auf der am Sonntag zu Ende gegangenen weltgrößten Messe für Wohnwagen und Reisemobile machte das Fockbeker Unternehmen glänzende Geschäfte. An den neun Messetagen wurden 1312 Fahrzeuge der Marken Hobby und Fendt geordert – das sind 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Prominenter Gast am Hobby-Messestand: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

„Die Messe ist für uns sehr gut gelaufen“, sagt Unternehmenschef Harald Striewski. Die neuen Modelle, darunter die im vergangenen Jahr eingeführte Kastenwagen-Baureihe, seien bei den Kunden außerordentlich gut angekommen. Zudem zahlt sich jetzt aus, dass Hobby und Fendt den Kunden immer mehr Inklusiv-Angebote machen: Die Serienausstattung wird umfangreicher, die Liste der aufpreispflichtigen Extras zumindest ein kleines bisschen kürzer. Die hauseigene Entwicklungsabteilung brachte Innovationen wie den sehr schmal gebauten Kühlschrank zur Serienreife, der sogar 1,5-Liter-Flaschen aufnehmen kann. Auch mit Features wie der Steuerung der wichtigsten Komfortfunktionen über das Smartphone setzt sich Hobby von der Konkurrenz ab.

Die neue Fahrzeuggeneration ist durchdacht und flexibel. Das sieht auch die Fachpresse so. In einem Langstreckentest von Redakteuren der Zeitschrift „Auto Bild Reisemobil“ gewann der „Hobby Vantana K 65“ gegen die Mitbewerber der Firmen Karmann und Weinsberg.

Von Hobby erwarten die Kunden Premium-Qualität. Was sie nicht wollen, sind Billigheimer. Harald Striewski hat das Caravan-Einsteigermodell „Easy“ daher aus dem Sortiment gestrichen, ebenso die Basis-Varianten des Reisemobils „Siesta“. Mit diesen Produkten konnte Hobby nicht punkten. Im Gegenteil: „Damit haben wir Geld verloren“, sagt der Chef des größten europäischen Caravanherstellers. Er hat daraus Lehren gezogen. Die wichtigsten Entscheidungen trifft der 78-jährige Unternehmensgründer wieder selbst. „In der Vergangenheit sind einige Entscheidungsprozesse an mir vorbeigelaufen. Das wird nicht wieder passieren.“ Zudem wurde das Management neu aufgestellt: „Ich habe jetzt ein ganz hervorragendes Team.“ Dazu zählen sein Sohn Michael Striewski (Geschäftsführer), Holger Schulz (Geschäftsführer), Stefan Lühe (Produktionsleitung Wohnwagen) und Jörg Putzer (Produktionsleitung Reisemobile).

Was sich ebenfalls nicht wiederholen soll: dass sich Händler von Hobby abwenden, weil ihnen aus der Fockbeker Zentrale zu viele Vorschriften gemacht werden: Die Schwierigkeiten seien beseitigt. Daran habe Geschäftsführer Schulz einen großen Anteil: „Er hat ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Partnern und hat alle Händler zurückgeholt.“ Und auch die Stimmung im Betrieb ist nach zwei schwierigen Jahren, in denen man sich von 80 Mitarbeitern getrennt habe, wieder gut. Striewski: „Ich habe das Gefühl, dass die Belegschaft einhundertprozentig hinter mir steht.“

Rückenwind für den Marktführer gibt es ebenso von anderer Seite. Während des „Caravan Salons“ wurde Harald Striewski gleich zweimal für sein Lebenswerk geehrt: vom Deutschen Caravaning Handels-Verband (DCHV) und von der Redaktion der Zeitschrift „Auto Bild Reisemobil“. Die gesamte deutsche Caravan-Branche erhob sich von ihren Plätzen und ehrte den Hobby-Chef mit einem minutenlangen Applaus. Die Freude über die Auszeichnungen wurde nur dadurch getrübt, dass Striewskis Ehefrau nicht an der Ehrung teilnehmen konnte: „Sie war zu dem Zeitpunkt im Krankenhaus, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung.“

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