Fockbek : Hobby baut Personal ab – aber ohne Kündigungen

Das Hobby-Werk in Fockbek: Mehr als 1000 Menschen sind hier beschäftigt.
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Das Hobby-Werk in Fockbek: Mehr als 1000 Menschen sind hier beschäftigt.

Der Hobby-Konzern reagiert auf die „schwierige Absatzsituation in Europa“. Die Geschäftsführung führt Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft.

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05. Juli 2014, 11:45 Uhr

Fockbek | Der Hobby-Konzern muss zum ersten Mal in seiner Geschichte im größeren Umfang Personal abbauen. Allerdings will das Unternehmen dabei auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, erarbeiteten Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft derzeit „einen Maßnahmenkatalog zur Anpassung der Personalstärke“. Die schwierige Absatzsituation in Europa mache das erforderlich. 2013 konnte Hobby insgesamt 12.900 Wohnwagen und Wohnmobile absetzen, zwei Jahre zuvor waren es noch 15.500 Einheiten.

Laut Hobby befindet sich die gesamte Caravaning-Branche in einer angespannten wirtschaftlichen Situation. Insbesondere in den Kernmärkten sei die Marktentwicklung rückläufig. „Als besonders exportorientiertes Unternehmen ist auch Hobby betroffen“, heißt es dazu. Dies führte im September vergangenen Jahres dazu, dass die Fockbeker Wohnwagen- und Wohnmobilschmiede Kurzarbeit anmelden musste. Alternative wäre die Entlassung von 50 der insgesamt 1050 Mitarbeiter gewesen, hatte Inhaber und Geschäftsführer Harald Striewski dies damals begründet.

Das Unternehmen will gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft „Bausteine für eine sozialverträgliche und nachhaltige Ausrichtung der Personalstärke entwickeln“. Damit solle Hobby zukunftsorientiert ausgerichtet werden. Zudem wolle man damit Arbeitsplätze am Standort Fockbek langfristig sichern. Möglich sind demnach Altersteilzeitregelungen, flexible Arbeitszeitmodelle und sogenannte „Freiwilligenprogramme“. Was sich hinter Letzterem verbirgt, verrät die Pressemitteilung nicht. Aus Gewerkschaftskreisen ist jedoch zu vernehmen, dass es sich um großzügige Abfindungsregelungen handeln könnte. Auch zur Zahl der Mitarbeiter, die Hobby verlassen sollen, gibt es keine Angaben. In der Belegschaft kursiert das Gerücht, dass es sich um bis zu 200 Beschäftigte handeln könne. Dafür gibt es allerdings keine Bestätigung.

Wie aus der Hobby-Zentrale verlautete, habe sich insbesondere Unternehmensgründer Harald Striewski dagegen gesträubt, Personal durch betriebsbedingte Kündigungen abzubauen. Auf ihn sei auch zurückzuführen, dass das Unternehmen in den Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern einen moderaten Kurs fahre, der auf Ausgleich bedacht sei.

Im Rahmen einer Betriebsversammlung will die Geschäftsführung die Belegschaft über die weiteren Schritte informieren. Einen Termin teilte Hobby nicht mit.

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