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Historische und neue Mausefallen im großen Test

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

14. Museumsfest in Gnutz mit Vorführungen und Musik

Ob selbstgemachte Butter herstellen, Bernstein schleifen, Wolle spinnen oder mittelalterliche Musik hören – das Museumsfest in Gnutz am 17. Mai, dem Internationalen Museumstag, verspricht wieder allerhand Unterhaltung für Groß und Klein. Besonders beliebt beim Publikum sind die Mausenfallenvorträge von Betreiber Karl von Puttkamer, die über die Grenzen des Amtes Nortorfer Land bekannt sind. Für das Fest hat sich der Hobbyhistoriker etwas besonderes einfallen lassen: Insgesamt fünf neue Mausefallen stehen zum Einsatz bereit. Eines der Modelle hat Karl von Puttkamer von einem befreundeten Kollegen per Foto zugeschickt bekommen. Die Konstruktion kam beim Museumsbesitzer so gut an, dass dieser innerhalb von zwei Wochen das Modell nachgebaut hat. Das Prinzip: Ein Köder lockt die Maus an, diese steckt ihrer Kopf durch die Reuse und versucht sich die Leckerei zu holen. Durch Kontakt wird dann ein Mechanismus ausgelöst und von oben schellt ein 1347 Gramm schweres und scharf geschliffenes Stück Eisen blitzschnell nach unten. Eine ziemlich brutale Falle, aber „Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Besucher eher von den Tötungsfallen begeistertet sind, als von den Lebendfallen“, berichtet Puttkamer. „Zudem hat man da nie mit Mäuse gefangen. Es ist einfach die Idee dahinter, die begeistert.“

Ein kleiner durchsichtiger Koffer diente als Aufbewahrung für Kinderspielzeug im Hause von Puttkamer. Doch dem Hausherren kam schnell eine neue Idee: Ein kleines Loch wurde in das Plexiglas gefräst durch das die Maus durchschlüpfen kann. Dank dem Einsatz der Reuse kann das ungeliebte Tier nicht wieder raus und steckt in dem Köfferchen fest. „Der Schlüssel liegt im Koffer. Wenn sie will, kann sie auch wieder raus“, lacht von Puttkamer.

Ebenfalls ein Eigenbau ist die Falle mit einem Kugelfallsystem. Das Lockmittel ist an einem kleinen Faden befestigt, der eine Kugel hält. Sobald die Maus daran nagt, rollt die Kugel herunter und verschließt so den Ausgang. „Die hat noch keinen Namen“, erklärt Karl von Puttkamer, der über 50 Mausefallen besitzt. Bei allen gehe es nicht um den Einsatz, sondern stets um die Idee. Einige Mausefallen findet auch seine Frau Uschi Kirchheimer ein wenig gruselig. „Ich kann da auch nur mit umgehen, weil ich weiß, dass Mäuse damals existenzbedrohend für die Menschen waren.“

Neben den Vorträgen, die um 12 und um 14 Uhr stattfinden, gibt es auch wieder Live-Musik. So spielt eine mittelalterliche Kapelle und Hans-Peter Ott aus Bargstedt wird die Besucher mit seinem Schifferklavier unterhalten. „Der spielt Lieder, die meine Generation noch aus ihrer Kindheit kennt“, berichtet von Puttkamer, „da stehen dann wieder alle um ihn herum und singen mit.“ Die „Swatten Gnutzer“ sorgen für reichlich Speis und Trank am Museumsfest. Auch eine Führung durch die Räumlichkeiten, ein kleiner Flohmarkt mit alten Gegenständen sowie die Vorführung von alten Gerätschaften aus der Land- und Hauswirtschaft wird es geben.

Sönke Heidel stellt seine Produkte aus der Räucherei vor. Darunter nicht nur Fisch, sondern auch Fleisch (auch Wild). Ein Zuckerwatteartist stellt nicht nur bunte Zuckerwatte her, sondern schnitzt aus der klebrigen Masse auch noch kunstvolle Figuren, die selbstverständlich auch zum Verzehren gedacht sind.

Mit allerhand Ausstellern und einem bunten Programm von früh bis spät ist für reichlich Unterhaltung bei den großen und kleinen Besuchern gesorgt. Nun hoffen Uschi Kirchheimer und Karl von Puttkamer nur auf eines: „Dass das Wetter an diesem Tag mitspielt.“

>Weitere Informationen im Internet unter www.museum-gnutz.de

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erstellt am 13.Apr.2015 | 11:24 Uhr

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