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Neu Duvenstedt : Hinterlistige Falle auf der A7

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Sattelzug kracht gegen Stein unter Neu Duvenstedter Brücke / Unbekannter Täter hatte den Findling an einem Seil ans Geländer geknotet

Obwohl er Opfer einer hinterlistigen Falle geworden war, ist ein Lastwagen-Fahrer auf der Autobahn 7 offenbar noch einmal nur mit dem Schrecken davon gekommen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten unbekannte Täter in der Nacht zu vergangenem Freitag einen Stein an einem Seil von einer Brücke in Neu Duvenstedt über der Fahrbahn hängen lassen. Der Sattelzug krachte mit dem Führerhaus dagegen. Die Polizei sucht Zeugen. Von demselben Bauwerk war im vergangenen Jahr ein Stein auf ein Auto geworfen worden. Die Fahrerin blieb damals unverletzt, ein Täter wurde nie ermittelt.

Dass der Fahrer bei der Tat in der vergangenen Woche verletzt wurde, ist unwahrscheinlich, denn laut Mitteilung der Polizei hielt er zwar einige hundert Meter hinter der Brücke auf dem Standstreifen an, setzte seine Fahrt jedoch kurz darauf fort. Polizisten des Autobahnreviers Nord waren zwar vor Ort, aber der Lastwagen fuhr weiter, bevor die Beamten mit dem Fahrer sprechen konnten. Ihnen war der an der Brücke hängende Stein von einem anderen Verkehrsteilnehmer gegen Mitternacht gemeldet worden. Der Findling hatte einen Durchmesser von rund 20 Zentimetern und hing an der Brücke, die die Straße „Am Hang“ über die Autobahn 7 führt. „Die Beamten stellten vor Ort fest, dass der Stein über der Fahrbahn in Richtung Norden hing“, teilte Christian Kartheus von der Polizeidirektion Flensburg gestern mit. Bevor sie ihn entfernen konnten, raste der Sattelzug jedoch dagegen.

„Wir gehen davon aus, dass der Täter das Seil mit dem Stein erst kurz vor Mitternacht an das Brückengeländer geknotet hat“, so Kartheus auf Nachfrage der Landeszeitung. Wenn die Falle schon länger dort gehangen hätte, wäre ihm zufolge mit Sicherheit bereits früher ein Notruf bei der Leitstelle eingegangen. Wo genau das Seil über den beiden Fahrstreifen befestigt wurde, wollte Kartheus aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Auch welche Länge es hatte, verriet er nicht. Nur so viel: Für Autos oder Motorräder hing der Stein zu hoch, sie waren nicht in Gefahr. Hatte es der Täter also gezielt auf Lastwagen oder gar Busse abgesehen? „Wir wissen nicht, weshalb diese Höhe gewählt wurde. Darüber stellen wir keine Mutmaßungen an“, so der Polizeisprecher.

Der Tatort befindet sich etwa auf der Hälfte der schmalen Straße „Am Hang“, die Neu Duvenstedt und Alt Duvenstedt miteinander verbindet. Nur einige Häuser liegen an dem in der Nacht unbeleuchteten Weg, der auf Alt Duvenstedter Gebiet auch über eine Zufahrt zum Rasthof Hüttener Berge verfügt, und über den sich auf der anderen Seite schnell die Bundesstraße 203 erreichen lässt. Günstige Voraussetzungen, um unbemerkt zu entwischen.

Die Polizei hat es in solchen Fällen ohnehin schwer, einen Täter zu ermitteln. Das zeigt ein ähnlicher Fall, der sich am 19. Februar 2016 an der gleichen Brücke zugetragen hat. Im Unterschied zur jüngsten Tat schlug der Unbekannte jedoch am hellichten Tag zu. Er warf um 14.35 Uhr einen etwa 1,5 Kilogramm schweren Stein auf die Fahrbahn, die Richtung Norden führt. Damals traf er das Auto einer 22-jährigen Frau. Sie konnte einen Unfall vermeiden und blieb unverletzt. Das Wurfgeschoss hinterließ mehrere tiefe Dellen auf dem Dach – genau auf der Fahrerseite. Die Kriminalpolizei Rendsburg übernahm damals die Ermittlungen und suchte nach Zeugen. Die Beamten blieben bis heute erfolglos. „Wir haben nichts ermitteln können“, sagte der Sprecher der Polizeidirektion Neumünster, Rainer Wetzel, gestern auf Nachfrage. Die Kripo sei bei solchen Delikten sehr auf Spuren und Zeugen angewiesen. Wenn beides dürftig vorhanden ist, werde es schwierig.

Im aktuellen Fall sucht die Polizei nicht nur Hinweisgeber, sondern auch den Fahrer des Sattelzugs. Er sei ein wichtiger Zeuge und darüber hinaus der Geschädigte einer Straftat. Laut Christian Kartheus wird wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Das Strafgesetzbuch sieht dafür Freiheitsstrafen zwischen einem und zehn Jahren vor. Die Beamten bitten den Lastwagenfahrer sowie andere Zeugen, sich mit dem Polizeiautobahn- und Bezirksrevier Nord in Schuby unter Tel. 0  46  21/9  45  20 in Verbindung zu setzen. Dieses Revier, das zur Polizeidirektion Flensburg gehört, ist für den Abschnitt der Autobahn 7 gen Süden bis zur Rader Hochbrücke zuständig.

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erstellt am 25.Jul.2017 | 07:26 Uhr

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