Sturmschäden : Hindernisse auf den Wanderwegen

In der Nähe der Schutzhütte: Das Freiräumen der Wanderwege wird etwa zwei Wochen dauern.
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In der Nähe der Schutzhütte: Das Freiräumen der Wanderwege wird etwa zwei Wochen dauern.

Nach dem Orkan haben die Aufräumarbeiten auf dem Boxberg begonnen. Auf den Wanderwegen liegen zahlreiche umgeknickte Bäume. In zwei Wochen sollen Spaziergänger wieder freie Bahn haben.

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07. November 2013, 06:00 Uhr

„Den Boxberg hat’s ordentlich erwischt“, meint der Geschäftsführer des Naturschutzrings Aukrug, Niklas Zander, mit Blick auf die erheblichen Zerstörungen, die Sturmtief „Christian“ im beliebten Naherholungsgebiet im Herzen des Naturparks Aukrug angerichtet hat. Benachbarte Waldgebiete wie Tönsheide oder Waldhütten seien relativ unversehrt geblieben, berichtet Zander: „Aber gerade der Boxberg, wo ja viele Leute gern auf den Wanderwegen unterwegs sind, ist leider sehr betroffen.“

Die Förster haben sich mittlerweile ein Bild von den orkanbedingten Waldschäden gemacht. Trotzdem lasse sich das Ausmaß der Zerstörungen nur schwer in exakte Mengenangaben fassen. „Das ist schwierig abzuschätzen, wenn alles so kreuz und quer liegt, aber ein paar Hundert Bäume sind sicher umgeweht worden“, bilanziert Zander. Betroffen ist vor allem der nordöstliche Hang des Boxbergs, der von den Sturmböen aus Südwest besonders heftig ins Visier genommen wurde. Die meisten Bäume wurden komplett entwurzelt, einzelne Exemplare auch auf halber Höhe abgeknickt. Überwiegend hat es Fichten erwischt, vereinzelt auch Lärchen und Birken.

„Die Spaziergänger sollen sich von den Waldstücken fernhalten, wo Bäume schräg stehen, die bei Wind noch umgeweht werden könnten“, betont Zander. Mittlerweile wurde damit begonnen, die Wanderwege von umgestürzten Bäumen frei zu machen. „Wir werden gut zwei Wochen brauchen, um die Wege frei zu bekommen“, meint Zander. Mindestens bis Ende November werde es dauern, bis der Wald richtig aufgeräumt sei.

Priorität haben zunächst die Wege, die zum Spielbereich des Aukruger Waldkindergartens führen, damit die „Waldhasen“ möglichst schnell wieder ihr Revier beziehen können. „Da ja für dieses Jahr keine Durchforstung vorgesehen war und jetzt auch Einschlagsaison ist, war es nun schwierig, Arbeiter und Maschinen heranzukriegen, um die Wege frei zu räumen“, erklärt Zander. Aus Naturschutzsicht seien die Orkanschäden „nicht so schlimm“, vermerkt der Naturschutzring-Geschäftsführer: „Betroffen sind ja vor allem Nadelbäume, und die hätten im Zuge des Waldumbaus ohnehin irgendwann den Laubbäumen weichen müssen.“

Die Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung, in deren Besitz sich der Boxberg befindet, plant den Umbau zu einem Laubwald innerhalb der nächsten 20 Jahre. Vorarbeiten für dieses Projekt haben die Landesforsten mit ihren Laubwaldanpflanzungen geleistet. „So steht im Bereich der jetzt umgeknickten Nadelbäume die nächste Generation von Laubbäumen mancherorts schon bereit“, berichtet Zander. Insofern hat „Christian“ also ganze Arbeit im Sinne des von den Naturschützern favorisierten Waldumbaus geleistet. Wenn Ende November die Wälder aufgeräumt sind, werden Spaziergänger und Jogger erstmal wieder ihre Ruhe auf dem Boxberg haben, sagt Zander: „In diesem Winter wird dann keine weitere Durchforstung stattfinden.“

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