Hof Steinwehr : Himbeer-Saison gestartet

Wunsch und Wirklichkeit: Eine saftige Himbeere (oben) und vertrocknete. Aber es bleiben genug zum Pflücken.
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Wunsch und Wirklichkeit: Eine saftige Himbeere (oben) und vertrocknete. Aber es bleiben genug zum Pflücken.

Das Wetter meint es momentan gut mit den Früchten. Auf Steinwehr kann man jetzt Himbeeren selber pflücken – auch wenn der Frost im Frühjahr den Ernteertrag um 80 Prozent reduziert hat.

shz.de von
17. Juli 2018, 11:24 Uhr

Die Erdbeersaison geht zu Ende. Jetzt hat auf dem Gut Steinwehr in Bovenau direkt am Nord-Ostsee-Kanal die Zeit für Himbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und Kirschen begonnen. In den Plantagen sieht man ganze Familien Früchte pflücken und sie in Eimern oder Kisten zu den Autos schleppen.

„Der Start der Himbeerernte in diesem Jahr etwas früher als im vergangenen Jahr“, erklärt die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Und Kristof Habermann, der zukünftige Gutsverwalter, stellt zufrieden fest: „Das Wetter spielt uns total in die Karten“. 3000 bis 4000 Besucher seien am Wochenende auf dem Gut und 70 Prozent davon seien Selbstpflücker.

So wie Michael Straehler-Pohl aus Kiel, der in diesem Jahr schon mehrmals zum Erdbeerpflücken auf dem Gut Steinwehr war. Dieses Mal hatte er seine Enkelkinder Madita (6) und Jonathan (4) mitgebracht. Die Geschwister pflückten eine Himbeere nach der anderen in ihre Eimer, und zwischendurch wurde immer wieder von den süßen Früchten genascht. „Und heute Nachmittag kochen wir aus unserer Ernte zusammen Marmelade“, kündigte der Großvater an. Mit den Himbeeren ist Kristof Habermann allerdings nicht zufrieden. „80 Prozent Ertragseinbuße in diesem Jahr durch den späten Frost zu Ostern und daraus resultierende Pilzinfektionen“, erklärte er. Die Selbstpflücker würden aber trotzdem noch genügend Himbeeren vorfinden.

Süßkirschen gibt es reichlich. Zur Abwehr der Kirschessigfliege, die ihre Eier in die fast reifen Kirschen ablegt, sind die Bäume durch engmaschige Netze geschützt. „Kurz vor der Ernte können wir keine Pflanzenschutzmittel mehr einsetzen“, erklärte Habermann. Auch Brombeeren und Johannisbeeren sind jetzt reif. Aronia (Apfelbeere) und Heidelbeere können voraussichtlich ab Anfang August geerntet werden. Alternativ sind bereits gepflücktes Obst, saisonales Gemüse und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie edle Obstbrände im Hofladen erhältlich. Im großen Kaffeegarten gibt es Himbeertorte, Waffeln und Eis mit Früchten. 45 Mitarbeiter beschäftigt das Gut Steinwehr in der Saison. „Davon 25 Pflücker aus Polen, die auch hier bei uns wohnen“, erklärte Habermann. Das Obst geht an die Supermärkte Edeka, Rewe und Famila. Zudem werden Hofläden in der Region beliefert.

Bereits 1983 hat der Gutsverwalter Klaus-Peter Grimm den Betrieb auf Obstanbau umgestellt. Damals sei das Alter der Selbstpflücker höher gewesen, inzwischen komme vermehrt die jüngere Generation. „Hier können Eltern ihren Kindern zeigen, wo das Obst herkommt.“ Nach 31 Jahren al Gutsverwalter war Grimm (67) vor zwei Jahren in den Ruhestand gegangen. Doch von seinem damaligen Nachfolger trennte sich das Gut, so dass Grimm erneut die Leitung des Himbeerhofs übernahm. Zurzeit arbeitet er Kristof Habermann ein. Der 31-Jährige hat in Osterrönfeld und Rostock Landwirtschaft studiert und soll die Verantwortung für den Himbeerhof im Herbst übernehmen.

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