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Kreishafen in Rendsburg : High-Tech-Frachter entlädt sich selbst mit Highspeed

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Frachter „Spauwer“ löscht in knapp fünf Stunden mehr als 11000 Tonnen Kies. Kräne hätten 60 Stunden gebraucht.

shz.de von
erstellt am 30.Jul.2017 | 08:45 Uhr

Rensburg | „Kurzbesuch“ in Rendsburg – der Frachter „Spauwer“ legte am Donnerstag kurz vor Mitternacht im Kreishafen an, löschte 11  250 Tonnen See-Kies und machte sich bereits um 3.30 Uhr auf die Weiterfahrt nach Cuxhaven. Das Geheimnis des schnellen Entladens: Das Schiff ist ein „Selbstlöscher“. Mit einem großen Greifer wird der Kies auf ein Förderband gebracht, das auf einem Ausleger 20 Meter über die Schiffswand hinausragt. Mehr als 3000 Tonnen wurde so in der Stunde auf die Lagerfläche gebracht. „Um die Ladung zu löschen, hätten wir mit dem Kran 60 Stunden gebraucht“, machte der Hafenbetriebsleiter Dieter Daxenberger die enorme Geschwindigkeit des „Selbstlöschers“ deutlich.

Die „Spauwer“ gehört der niederländischen Firma „Den Herder Seaworks“, die sich auf die Gewinnung von Mineralkies vom Meeresboden spezialisiert hat. Das 142 Meter lange Schiff, das 2016 in Dienst gestellt wurde, kann den Kies aus bis zu 65 Metern Tiefe fördern, transportieren und am Bestimmungsort entladen.

„Das schnelle Löschen ist ein Vorteil bei den Kosten“, stellte Daxenberger fest. Allerdings erhebt der Kreishafen bei solchen Schiffen eine Kranausfallgebühr. Gestern früh hat bereits der Abtransport des See-Kies begonnen. Dafür sind dreieinhalb Tage eingeplant.

Die Firma „Shipping Material Trading GmbH“ (SMT) mit Sitz in Cuxhaven beliefert damit die Betonindustrie in der Region. „Von Rendsburg aus versorgen wir Unternehmen im Umkreis von etwa 50 Kilometern“, erklärte der SMT-Mitarbeiter Rouven Saßerath, der das nächtliche Löschen mitverfolgte. „Wir arbeiten seit dem 1. Juni mit angezogener Handbremse im Kreishafen“, machte der SMT-Geschäftsführer Lutz Machulez-Hellberg deutlich. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres hat das Unternehmen langfristig eine Hafenfläche gepachtet und will dann voll einsteigen. In der Region bestehe ein erhöhter Bedarf an Sand, Kies und Splitt, stellte Daxenberger fest. Der Rendsburger Kreishafen, der von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde betrieben wird, sei dabei als Umschlagplatz mit seiner Lage mitten in Schleswig-Holstein zwischen Nord- und Ostsee attraktiv.

Mit dem ersten Halbjahr 2017 zeigte sich der Hafenbetriebsleiter sehr zufrieden. „In allen Bereichen haben wir ein Plus an umgeschlagenen Gütern“, betonte Daxenberger. „Zwei Prozent mehr bei Futtermitteln, 23 Prozent mehr bei Düngemitteln, 14 Prozent bei Roheisen“, nannte er als Beispiele. Insgesamt habe es eine Steigerung um 8,7 Prozent gegeben. Das Hauptumschlaggut sind Futtermittel, von denen im ersten Halbjahr 125  800 Tonnen gelöscht wurden. Insgesamt wurden im Kreishafen bis Juni 262  317 Tonnen an Gütern umgeschlagen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 241  316 Tonnen.

Die Steigerung des Umschlags führt Daxenberger auf die gute Konjunktur und auf die Erholung bei den Milchbauern zurück. Er sieht optimistisch in die Zukunft des Kreishafens, in dem acht Mitarbeiter beschäftigt sind. „Zu den bisherigen Playern Ahlmann-Zerssen, Team, HG und Ceravis kommt mit SMT ein neuer dazu. Und durch die Werbung der vergangenen Jahre auch für den Schwerlasthafen auf der Südseite des Kanals sind beide Häfen jetzt in ganz Deutschland bekannt.“

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