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Rendsburg : Hier sollen die Schauspieler des Theaters proben

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Generalintendant Peter Grisebach mietet früheres Telekom-Gebäude in Rendsburg an.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2015 | 16:44 Uhr

Die lange Suche nach einem Rendsburger Domizil für die Schauspielsparte des Landestheaters ist zu Ende. Generalintendant Peter Grisebach bestätigte gestern, einen Mietvertrag für einen Teil des früheren Telekomgebäudes zwischen Jungfernstieg und Holstenstraße unterzeichnet zu haben. Der Umzug von Schleswig in die Kanalstadt soll im Mai kommenden Jahres beginnen und rechtzeitig zum Beginn der neuen Spielzeit abgeschlossen sein. Eigentümer des früheren Telekomgebäudes ist der Rendsburger Unternehmer Hauke Drengenberg.

Dem Landestheater stehen in der Immobilie knapp 1500 von insgesamt 3000 Quadratmetern zur Verfügung. Der Rest wird von anderen Mietern genutzt. Das Theater benötigt die Räumlichkeiten im Wesentlichen für die Schauspielproduktion. Kernelement sollen zwei Probebühnen sein. Der Vorteil: Das Ensemble wäre bei der Vorbereitung neuer Aufführungen nicht auf die Bühne im Stadttheater angewiesen. Grisebach sagt, dass man mit Hauke Drengenberg einen fairen Partner gefunden habe, der das Gebäude so herrichtet, „wie wir es brauchen.“ Insgesamt 70 Mitarbeiter werden nach Rendsburg umziehen. Aber nicht alle können in dem Telekomgebäude untergebracht werden. Für den Generalintendanten und die Hauptverwaltung werden Büros gegenüber dem Stadttheater angemietet. Die Alte Post hingegen ist endgültig aus dem Rennen. Sie war monatelang ein heißer Anwärter darauf, neuer Verwaltungssitz des Kulturbetriebes zu werden. „Aber das war zu teuer für uns“, berichtet Grisebach.

Bürgermeister Pierre Gilgenast, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Landestheater GmbH, ist erfreut darüber, dass die Gesellschaft in Rendsburg Pflöcke eingeschlagen hat. In Bezug auf Grisebach betont er: „Das Glück ist mit dem Tüchtigen.“ Das ab Mai fürs Theater nutzbare Telekomgebäude sei ideal geeignet: „Die Telekom verfügte über Schulungs- und Unterrichtsräume mit hohen Decken. Es ist ein großartiger Umstand, dass wir diese Räume als Probebühnen nutzen können.“ Gilgenast sieht das Theater im Aufschwung. Es gebe eine ganze Reihe positiver Nachrichten. So seien die Aufführungen des Ensembles in diesem Jahr von 125  500 Menschen besucht worden – ein leichtes Plus von 2500. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung habe die Kinder- und Jugendsparte. Deren Produktionen wurden von 21  400 Menschen besucht, im Vorjahr waren es 17  900. Gilgenast: „Die theaterpädagogische Arbeit macht sich sehr positiv bemerkbar.“ Auch die finanzielle Seite habe sich stark verbessert (wir berichteten). Statt eines erwarteten Defizits von 860  000 Euro werde man in diesem Jahr ein leichtes Plus von 1700 Euro erwirtschaften. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass man freigewordene Stellen nicht wiederbesetzt und auf kostenintensive Produktionen wie die Schlossfestspiele in Schleswig verzichtet habe.

Auch die jüngsten Nachrichten aus Schleswig stimmen den Aufsichtsratschef optimistisch, dass das monatelange zähe Ringen um die Zukunft des Landestheaters jetzt Früchte trägt. Gestern Abend hat die Schleswiger Ratsversammlung beschlossen, ein Gebäude auf einem früheren Kasernengelände an der Schlei zu kaufen, um es als Spielstätte herzurichten. Aus Sicht von Gilgenast ist damit gewährleistet, dass die Stadt Schleswig als einer der Hauptgesellschafter dem Theater erhalten bleibt. In diesem Zuge setzt er darauf, dass auch der Kreis Schleswig-Flensburg dem Kulturbetrieb nicht den Rücken kehrt.

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