Stadtsee-Brücke : Hier kann’s gefährlich werden

Der Asphalt auf der Holsteinbrücke ist nicht griffig genug.
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Der Asphalt auf der Holsteinbrücke ist nicht griffig genug.

Die Stadtsee-Brücke ist bei Nässe zu glatt: Eine Tiefbaufirma soll Oberfläche vor den Sommerferien abfräsen.

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06. Juni 2018, 13:42 Uhr

Der Asphalt auf der Holsteinbrücke über dem Stadtsee muss aufgeraut werden. Eine Tiefbaufirma erneuerte den Straßenbelag auf diesem Abschnitt der Westtangente im August 2017. Jetzt muss sie nachbessern.

Untersuchungen zeigten, dass die rechte, zum Jungfernstieg führende Spur nicht griffig genug ist. Deshalb richtete die Stadtverwaltung im Dezember 2017 auf einem etwa 240 Meter langen Abschnitt hinter dem Neuen Rathaus Tempo 30 ein. Bei Nässe bestand die Gefahr des Aquaplanings. „Es wird vor den Sommerferien repariert“, teilte Ulli Clausen, Leiter des Fachdienstes Tiefbau der Stadtverwaltung, auf Nachfrage mit. Dann wird auch die Tempo-Beschränkung aufgehoben.

Anlass der Untersuchungen waren zwei Unfälle auf der Brücke Mitte Dezember. Drei Pkw brachen durch das Brückengeländer – übrigens ohne in den See zu fallen. Die Lücke ist seither provisorisch durch sogenannte Betonschweine und Baustellenzäune gesichert.

Wegen der Unfallserie ließ Heiko Hinrichsen vom Fachdienst Tiefbau den Straßenbelag überprüfen. Ergebnis: Beim Asphaltieren im Sommer ist zu viel Bitumen an der Oberfläche geblieben, erläuterte Clausen. „Das bewirkt, dass die Asphaltkörner nicht genug herausragen und die Griffigkeit bei Starkregen nicht so gut ist.“ Bei der Untersuchung wurde ein offener Zylinder auf die Straße gestellt und Wasser hineingegossen. Es floss nicht optimal ab.

Das Bitumen fährt sich zwar im Lauf der Zeit durch den Verkehr ab. Die Verwaltung will aber nicht bis zum Herbst warten, um dann möglicherweise festzustellen, dass die Griffigkeit für die nasse Jahreszeit immer noch nicht ausreicht. Die Tiefbaufirma soll das Bitumen daher abfräsen. Dass sie dieser Pflicht noch nicht nachgekommen ist, erklärt Clausen mit der hohen Auslastung des Baugewerbes. „Wir müssen denen auf die Füße treten.“

Er geht davon aus, dass der mangelhafte Asphalt nicht die Ursache für die Unfälle war. Vielmehr seien die Fahrer auf der mittleren Spur zu schnell unterwegs gewesen. Die Reparatur ließ monatelang auf sich warten, weil die Ersatzteile des Brückengeländers passgenau hergestellt werden mussten.

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