Naturschutz : Hier fühlen sich Knoblauchkröten wohl

Miriam Kimmel ist auf der Suche nach Amphibien. Sie haben sich im Bewuchs versteckt.
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Miriam Kimmel ist auf der Suche nach Amphibien. Sie haben sich im Bewuchs versteckt.

Die Stiftung Naturschutz erweitert die Amphiengewässer im Wennebeker Moor. Dadurch soll sich der Lebensraum von Moorfrosch und Knoblaukröte verbessern.

shz.de von
12. September 2018, 15:47 Uhr

Bagger rollen zurzeit durch die Wennebeker Niederung und das dazugehörige Moor. Die schweren Baumaschinen sollen Teiche erweitern und so den Lebensraum von Amphibien verbessern. Die Niederung ist eines von zwei Gebieten der Stiftung Naturschutz, die von der Maßnahme profitieren.

„Wir versuchen, die einzelnen Maßnahmen auf unseren Flächen optimal zu vernetzen“, sagt Miriam Kimmel, Landschaftsökologin der Stiftung Naturschutz. Im Falle der Wennebeker Niederung zwischen Borgdorf-Seedorf und Langwedel heißt das, dass die kleinen Teiche, die bereits 2009 angelegt worden waren, vergrößert werden. „Sollte ein Teich trocken fallen, haben Amphibien die Möglichkeit auf einen anderen auszuweichen“, so die Ökologin.

Bereits jetzt leben Moorfrosch, Laubfrosch, Knoblauchkröte und Kammmolch auf den Schutzflächen, erläutert Florian Bibelriether von der Beratungsfirma Amphi Consult aus Bayern. Der Fachmann begleitet die Maßnahme. Es lohne sich, die Arbeiten vor Ort anzuschauen, anstatt sie an einem Schreibtisch zu planen. An einem der Teiche, die in der Dürre nicht trocken gefallen sind, fischt er eine Pflanze aus dem Wasser. „Das ist Wasserschlau, eine fleischfressende Pflanze, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten steht. Wenn wir so etwas vor Ort finden, sind wir natürlich sehr vorsichtig.“

Die nachtaktiven Knob-lauchkröten bevorzugen ein Terrain, in dem es viele offene Bodenstellen gibt, wo sie sich tagsüber im lockeren Boden eingraben können. Zudem sollen an den Gewässern keine schattenspendenden Bäume stehen, damit sich die Gewässer im Frühjahr zur Fortpflanzungszeit rasch erwärmen.

Neben den Teichen werden auch die Zäune erneuert. „Auf dem Gelände laufen Island-Pferde eines Pächters. Sie halten die Gräser kurz. Es ist ein willkommener Synergie-Effekt“, erläutert Kimmel, allerdings seien einige Übergänge bei großen Niederschlägen nicht mehr passierbar. Mit dem überschüssigen Erdboden aus den Teichen sollen diese Passagen aufgefüllt werden, sodass sie passierbar bleiben.“ Insgesamt kostet die Maßnahme 50000 Euro aus Landesmitteln. Darunter falle auch eine ähnliche Maßnahme auf Stiftungsland im Eidertal bei Molfsee.

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