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Rader Hochbrücke : „Hier darf kein Nadelöhr entstehen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wird die neue Rader Hochbrücke bei Rendsburg doch sechsspurig? Verkehrsminister Buchholz zeigt sich beim Treffen mit dem Unternehmerverband erfreut über entsprechende Signale aus Berlin.

Landesverkehrsminister Bernd Buchholz hat die jüngsten Signale aus Berlin zum Neubau der Rader Hochbrücke als positiv bezeichnet. Es sei gut und richtig, einen sechs- statt vierspurigen Bau anzustreben, machte er gestern gegenüber dem Präsidenten des Unternehmensverbandes Nord, Uli Wachholtz, und Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich deutlich. Der Minister und die Spitzenvertreter der Unternehmen waren im Haus der Wirtschaft am Rendsburger Paradeplatz zu einem „Kennenlerngespräch“ zusammengekommen.

Das „Kennenlernen“ bezog sich dabei ausschließlich auf Buchholz’ neue Rolle als Kabinettsmitglied, persönlich kennen sich der FDP-Politiker und die Lobbyisten der Wirtschaft seit Jahrzehnten. Auf der Agenda standen so viele Themen, dass keine Zeit für die vorbereiteten Schnittchen blieb. Stattdessen tauschte man sich aus über Auswüchse der Bürokratie, die Bedeutung der Digitalisierung und – vor allem – über den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Eine passende Vorlage hatte das Bundesverkehrsministerium geliefert: In Berlin wird derzeit (wie in der gestrigen Ausgabe berichtet) das Ergebnis einer neuen Verkehrszählung geprüft, das Aufschluss über die Belastung der Rader Hochbrücke gibt. Demnach soll die Zahl der Fahrzeuge seit der letzten Zählung vor zwei Jahren um knapp zehn Prozent gestiegen sein. Aktuell werde die Brücke täglich von fast 60    000 Autos und Lastwagen genutzt.

„Hier darf kein weiteres Nadelöhr entstehen“, sagte Landesverkehrsminister Buchholz. Diese Problematik habe bereits sein Amtsvorgänger Reinhard Meyer erkannt, der die Debatte über einen sechsspurigen Bau angeschoben habe. Die besondere Schwierigkeit ist der Zeitdruck: Die jetzige Rader Hochbrücke gilt als marode. Sie kann nach Ansicht von Experten spätestens bis zum Jahr 2026 genutzt werden. Bis dahin muss zumindest eine der beiden Richtungsfahrbahnen des Ersatzbauwerks fertiggestellt sein, damit der Autoverkehr weiterhin über den Nord-Ostsee-Kanal rollen kann. Der Baubeginn ist für 2023 vorgesehen. Sollte es den Fachleuten nicht gelingen, bis dahin eine sechsspurige Brücke zu planen, müsse man die kleinere Variante realisieren. „Eine vierspurige Brücke ist besser als keine“, so der Minister.

Schleswig-Holstein will das mittelstandsfreundlichste Bundesland werden. Dieses Ziel hat sich Buchholz auf die Fahnen geschrieben, sehr zur Freude von UV-Nord-Chef Wachholtz. Dieser hob hervor, dass es zwischen der neuen Landesregierung und der Wirtschaft eine große Einigkeit gebe. „Die Jamaika-Koalition ist ein Glücksgriff für Schleswig-Holstein“, so Wachholtz. Diese Landesregierung sei angetreten, um das Land vernünftig voranzubringen.

Dazu trägt bei, dass Buchholz das von den Unternehmen als kompliziert und wirtschaftsfeindlich kritisierte Tariftreuegesetz reformieren will. Die darin enthaltenen Vorschriften haben nach Einschätzung des neuen Ministers und der Wirtschaftsvertreter im Norden dazu geführt, dass sich Unternehmen an Ausschreibungen der öffentlichen Hand nur noch selten beteiligen. Bernd Buchholz kündigte an, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Noch in diesem Jahr will er dem Landeskabinett einen neuen Gesetzentwurf vorlegen.

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erstellt am 27.Jul.2017 | 10:49 Uhr

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