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Landeszeitung

12. Dezember 2017 | 10:17 Uhr

Heute geht nichts mehr auf der A 7

vom

Polizei warnt: Kilometerlange Staus vor der Kanalbrücke / Hitzedrama droht

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Kiel | Wenn der Automobilclub ADAC rät, lieber zu Hause zu bleiben und das Auto stehen zu lassen, dann muss schon Gefahr im Verzug sein. Doch die Warnung kommt nicht von ungefähr - Experten rechnen im Norden mit einem Wochenende der unerfreulichen Rekorde. "Die Staus auf der Rader Hochbrücke im Zuge der A 7 werden mindestens so lang wie vor acht Tagen", erklärt Lothar Gahrmann, Sprecher des Landespolizeiamtes in Kiel. Am vergangenen Wochenende staute sich der Verkehr auf 42 Kilometern nördlich und südlich der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal. Zwar ist gestern Abend um 22 Uhr das Wochenendfahrverbot für Lkw in Kraft getreten. Doch laut Polizei gibt es zahlreiche Ausnahmeregelungen. Entscheidend sei jedoch: "Viele Bürger aus Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen haben jetzt Ferien und wollen an die See. Hinzu kommt der Rückreiseverkehr, weil bei uns Montag die Schule wieder beginnt", so Gahrmann. Er rate deshalb allen, die fahren müssen, "lieber eine Stunde Umweg über die Ausweichstrecken in Kauf zu nehmen, als drei Stunden im Stau vor der Rader Hochbrücke zu stehen". Auf keinen Fall solle man "nur mal so" einen Ausflug an die Nord- oder Ostsee machen. "Solche Spaßfahrten werden an diesem Wochenende keinen Spaß machen" - vor allem nicht, wenn Senioren, Kinder oder Hunde mit unterwegs sind.

Das Rote Kreuz richtet sich auf den Notfall ein und steht nach Aussage von Landesbereitschaftsleiter Dirk Kubat schon in Alarmbereitschaft. "Sobald die Rettungsleitstelle Hilfe anfordert, sind wir auch mit Getränken vor Ort." Genauso wie das Kieler Sozialministerium appelliert auch Kubat an die Autofahrer, sich mit reichlich Flüssigkeit - "möglichst Wasser, keine gezuckerten Säfte" - einzudecken. Sein Problem: "Unsere Leute müssen durch den Stau zu den Einsatzstellen. Ob das klappt, bleibt abzuwarten." Der ADAC ist vorsorglich mit Motorrädern unterwegs, um Stauopfer mit Getränken zu versorgen. Auf Autobahnrastplätzen sind Stauberater positioniert.

Derweil suchen Wirtschaft, Politik und Verwaltung weiter fieberhaft nach Möglichkeiten, die angespannte Situation wegen der Hochbrückensperrung zu entschärfen. Es gebe eine "deutliche Bereitschaft", den Vorschlag zu prüfen, alle vier Spuren im Kanaltunnel provisorisch in Betrieb zu nehmen, sagt Kiels IHK-Vize Rainer Bock. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung fliegt dafür eigens Schweizer Experten ein, um die Verkehrssicherheit zu optimieren. Bock appelliert zugleich an Bund und Land, nicht nur an die Kosten des Brückensanierung zu denken - schließlich koste die Teilsperrung die Wirtschaft Hunderte Millionen Euro.

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