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Information im Bus : „Herzenssache Schlaganfall“ ein Anliegen für viele Bürger

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rund 500 Menschen wollten ihre Risikofaktoren testen lassen. Ultraschalluntersuchungen waren besonders begehrt. Warnung: Tabletten dürfen nicht abgesetzt werden.

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erstellt am 28.Apr.2014 | 18:54 Uhr

Die ersten Interessenten standen bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums. Geschätzt etwa 500 Bürger wollten gestern gemäß der Aufforderung auf dem knallroten Doppeldeckerbus „Dem Schlaganfall keine Chance geben“. Sechs Stunden lang konnten sie sich über ihre persönlichen Risikofaktoren einer Erkrankung informieren und feststellen lassen, ob etwa „das Herz aus dem Takt geraten ist“. Auch diese Möglichkeit wird auf dem Fahrzeug der von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe initiierten und von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft unterstützten Kampagne beschrieben.

Im und vor dem Bus beim Rondo in Büdelsdorf waren Mitarbeiter der Neurologie mit Stroke Unit an der Imland-Klinik im Einsatz. Deren Chefarzt Dr. Ulrich Pulkowski, zeigte sich beeindruckt von dem „überwältigenden Echo“. Eine lange Schlange bildete sich im Freien, wo die medizinisch-technische Assistentin Susanne Dentel wie am Fließband, aber trotzdem akribisch Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern ihrer freiwilligen Patienten vornahm. Dieser bei den bisherigen Auftritten der Abteilung zum Thema Schlaganfall auf dem Schiffbrückenplatz nicht mögliche Test fand die größte Aufmerksamkeit. Zuweilen mit einem gurgelnden Geräusch verbunden, nahm er jeweils etwa fünf Minuten in Anspruch.

Im Bus leistete derweil Oberarzt Dr. Karsten Jöster, unterstützt von Frank Alshuth, Stationsleitung der „Schlag-Einheit“, Sabine Sömisch und Jaqueline Kriegel, ein großes Quantum Aufklärungs- und Beratungsarbeit. Dabei machte er die Beobachtung, dass anders als früher kaum Menschen gekommen waren, die bereits einmal einen Schlaganfall erlitten haben. Zu diesen gehört allerdings Dieter Beiss. „Die Sprache war plötzlich total weg“, erinnerte er sich an den schicksalhaften Moment. Der 72-Jährige wurde 2010 in der Stroke Unit behandelt und musste sich anschließend einer dreimonatigen Reha-Maßnahme unterziehen.

Andere Gäste, die keinerlei Beschwerden haben wie Helga Petersen aus Schacht-Audorf, wollten vorbeugend ihr Gefährdungspotenzial einschätzen lassen. Und ein dritter Personenkreis, dem die Rendsburgerin Ilse Kuhlmann angehört, trägt zwar mit Faktoren wie Bluthochdruck oder zu hohen Blutfettwerten ein gewisses Risiko, ist aber nicht akut gefährdet. „Das sieht doch insgesamt gut aus“, wurde ihr bescheinigt. Informiert wurde bei dieser Gelegenheit, dass Herzrhythmusstörungen wie ein Vorhofflimmern nur über ein EKG festzustellen sind.

Gewarnt wurde vor einer immer wieder anzutreffenden Nachlässigkeit: Tabletten dürfen bei subjektivem Wohlbefinden nicht nach eigenem Gutdünken abgesetzt werden – eine Regelmäßigkeit der Einnahme ist unabdingbar. Und auch das Blutdruckmessgerät zu Hause sollte nicht links liegen gelassen werden, nur weil die Batterien „auf“ sind.

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