Marode Fassade : Hertie-Haus in Rendsburg: Betonteil kracht auf Fußweg

Zahn der Zeit: Das marode Stück fiel von der Unterseite eines Erkers.
Zahn der Zeit: Das marode Stück fiel von der Unterseite eines Erkers.

Keine Verletzten bei Vorfall am Wochenende. Müssen jetzt weitere Bereiche an der Ruine aus Sicherheitsgründen gesperrt werden?

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17. April 2016, 14:32 Uhr

Rendsburg | Fällt das Geisterkaufhaus jetzt in sich zusammen? Am Wochenende sah es zeitweise so aus – zumindest in einem Bereich, der gegenüber von der Marienkirche liegt. Von einem Erker im ersten Stock des leerstehenden Hertie-Komplexes brach ein etwa 1,50 Meter langes Betonstück ab. Aus vier Metern Höhe krachte das rund 20 Kilogramm schwere Teil auf den darunter liegenden Fußweg. Pures Glück, dass sich dort zu diesem Zeitpunkt kein Mensch befand.

Der Bereitschaftsdienst des Umwelt- und Technikhofs (UTH) sicherte den Gefahrenpunkt an der rückwärtigen Seite des Hertie-Hauses mit Flatterband und Baustellenzäunen notdürftig ab. Aus der stark verwitterten und seit Jahren ungepflegten Fassade drohen weitere Teile zu brechen. Durch den stürmischen Wind wurde die Absperrung gestern teilweise umgeweht.

Bereits einmal hatte die Stadt eine Straße im Schatten des Ex-Kaufhauses wegen Steinschlag-Gefahr sperren müssen. Wenige Meter neben der jetzt marode gewordenen Stelle waren im Mai vergangenen Jahres Teile der gemauerten Fassade abgeplatzt und zu Boden gegangen. Als Sofortaktion im Rahmen der Gefahrenabwehr ließ das Ordnungsamt der Stadt die steile Verbindung zwischen Stegengraben und „An der Marienkirche“ für einen Tag abriegeln. Die für das Gebäude zuständige Hausverwaltung wurde aufgefordert, den Schaden umgehend zu beheben. Die Verkehrssicherungspflicht schreibt Hauseigentümern vor, dafür zu sorgen, dass niemand durch morsche Äste, lose Dachziegel oder andere herunterfallende Bauteile gefährdet wird. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, haftet gegenüber jeder Person, die den Gefahren des Hauses ausgesetzt wird.

Im Fall der Rendsburger Immobilie rückt die Sicherheitsfrage zunehmend in den Fokus. Das Ex-Kaufhaus wird seit nunmehr sechs Jahren und acht Monaten nicht mehr beheizt und gewartet. Ob weitere Abschnitte rund um die Ruine für den Durchgangsverkehr gesperrt werden müssen, dürfte heute Thema im Rathaus sein.

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