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Brekendorf und Ascheffel : Herrenlose Pferde aufgegriffen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Innerhalb weniger Wochen tauchten drei Tiere ohne Besitzer auf. Der Verein „Pferdeklappe“ sucht nun die Eigentümer.

Freilaufende Pferde haben in Brekendorf und Ascheffel für Wirbel gesorgt. Die Tiere wurden eingefangen, doch Besitzer konnten bislang nicht ausfindig gemacht werden. Zu dieser kuriosen Situation ist es nun bereits zum zweiten Mal gekommen. Insgesamt drei herrenlose Pferde sind aufgegriffen und dem Verein „Pferdeklappe“ von Petra Teegen (62) in Norderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) übergeben worden.

Das erste Pferd, eine vierjährige Stute, wurde bereits am 22. April in Brekendorf eingefangen. „Es hatte sich einer Reitergruppe angeschlossen“, berichtet die 62-Jährige. Versuche von der Polizei, das Tier einzufangen, scheiterten. Petra Teegen trommelte spontan eine sechsköpfige Helfergruppe zusammen. Es gelang ihnen, „Smilla“, so nannten sie die Stute, in den Hänger zu bekommen. Der Besitzer konnte nicht ausfindig gemacht werden. „Nach 28 Tagen gilt das Pferd dann als Fundsache und kann vermittelt werden“, so die gelernte Krankenschwester, die froh war, für „Smilla“ einen neuen Besitzer in Großenwiehe gefunden zu haben.

Kurze Zeit später wurde Petra Teegen wieder vom Amt Hüttener Berge um Hilfe gebeten. Am 3. Juni waren zwei Ponys, zwei und vier Jahre alt, zwischen Brekendorf und Ascheffel aufgetaucht. „Es war Trockenzeit, die Pferde hatten Durst und durchbrachen die Umzäunung einer Koppel, um dort zu trinken“, berichtet Teegen. Zwei Ponys schlossen sich den beiden dann an und liefen weg. Der Besitzer konnten seine beiden Tiere wieder einfangen, für die anderen beiden brauchte es wieder ein Großaufgebot an Helfern. Bei der Pferdeklappe in Norderbrarup wurden die beiden Shetland-Welsh-Ponys untersucht. „Die waren ganz verwurmt, in keinem guten Zustand“, erinnert sich Petra Teegen.

Eine Bekannte habe zumindest eines der beiden Tiere erkannt. Es sei das Fohlen der Stute, die sie auf einem Hof in Geltorf gekauft habe. Als man die beiden in Norderbrarup zusammenbrachte, sei das Fohlen auch gleich von der angeblichen Mutter freudig begrüßt worden, das Fohlen wollte sogar bei ihr trinken. „Dieses Verhalten würden zwei fremde Tiere nicht zeigen, sondern eher Stresssymptome zeigen“, ist Teegen überzeugt. Die Hofbesitzerin stritt das aber ab auf Nachfrage ab, sagte, sie habe das Fohlen längst weiterverkauft.

„Es wird einen Gen-Test geben“, kündigte die Pferdeklappen-Vorsitzende dennoch an. Haare von dem Muttertier und dem Fohlen hat sie bereits entnommen und an ein Labor geschickt. Das Ergebnis steht noch aus. Wer Informationen zu beiden jungen Stuten hat, kann, sich beim Verein unter Tel. 0173/632  69  16 melden. Inzwischen geht es beiden Fohlen, die wie, Petra Teegen sagt, „wie vom Himmel gefallen sind“, in Norderbrarup sehr gut. Petra Teegen taufte sie auf den Namen Abendfee und Stella. Bis zum 1. Juli gelten sie noch als Fundsache. „Wir haben schon jemanden, der die beiden nehmen möchte.“ Ob die beiden Ponys ausgesetzt wurden, die Umzäunung durchbrachen oder gar nicht richtig eingezäunt wurden, ist bislang ungeklärt. „Pferde auszusetzen ist nicht nur für die Tiere gefährlich“, zeigt Petra Teegen kein Verständnis. Bevor sie eingefangen wurden, wurden sie an der Autobahn gesehen, auch Landes- und Kreisstraßen verlaufen in der Nähe Brekendorfs. „Wer Pferde irgendwo anonym aussetzt, dem gehört der ganze Bestand weggenommen“, findet die Norderbraruperin deutliche Worte.

Als Teegen vor fast 30 Jahren ihr erstes Pferd in Obhut nahm, ahnte sie noch nicht, dass sie zu der Ansprechpartnerin Nummer eins werden sollte, wenn es darum geht, verwahrloste oder herrenlose Pferde aufzunehmen – deutschlandweit und nahezu europaweit. Mittlerweile zählt der Verein „Pferdeklappe“, der 2013 gegründet wurde, Mitglieder aus aller Welt. „Seitdem haben wir rund 700 Tiere aufgenommen und vermittelt“, sagt Petra Teegen. Auf dem Hof werden die Pferde wieder aufgepäppelt, gepflegt und in gute Hände vermittelt. In vielen Fällen seien die Besitzer mit den Tieren überfordert gewesen, in finanzielle Nöte geraten oder krank geworden und sich von den Pferden trennen müssen.

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erstellt am 17.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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