zur Navigation springen

Anglerglück : Heringe beißen an der Obereider wieder zu

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Saison hat begonnen: Seit Anfang März holen die Hobby-Angler frischen Fisch aus dem Wasser.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 17:54 Uhr

Bei Erwin Danklefsen (67) aus Büdelsdorf kommen die frisch gebratenen Heringe zusammen mit Kartoffelmus auf den Teller. Doch um seine Lieblingsspeise genießen zu können, muss der Rentner erst einmal zum Angeln an die Obereider. Ein großer Plastikeimer steht schon am Rande des Holzstegs bereit. Seine Angel hat Erwin Danklefsen samt Köder bereits zusammengebaut. Er holt mit der Route aus, das Stück Blei am Ende der Schnur fliegt durch die Luft und taucht ins Wasser ein. Dann wartet er gespannt auf den ersten Biss.

Die Heringszeit hat begonnen – in diesem Jahr sogar etwas früher als normalerweise. Denn wegen des milden Winters kann der beliebte Fisch bereits seit zwei Wochen geangelt werden. Für gewöhnlich beginnt die Heringssaison Mitte März und endet im Mai. Die Fischschwärme ziehen von der Ostsee über den Nord-Ostsee-Kanal in die Obereider, wo sie an den Ufern und Kaimauern laichen.

„Erst sieben Stück habe ich heute in drei Stunden rausgeholt“, sagt Erwin Danklefsen etwas enttäuscht. Anfang der Woche hatte er mehr Glück: Da fing er an einem Tag gleich 120 Heringe. Man müsse Geduld mitbringen, um die rund 25 Zentimeter langen Fische an den Haken zu bekommen, erzählt der Hobby-Angler. Neben reichlich Durchhaltevermögen ist beim Heringsfischen Material und Fangtechnik entscheidend. Nur eine dehnbare Angelschnur darf verwendet werden, um die Fische vor dem Aufschlitzen zu schützen. Denn Heringe haben ein sehr weiches Maul. Die Fangtechnik für Heringe ist eine besondere: Nach dem Auswerfen lässt Danklefsen das Stück Blei an der Schnur auf den Grund sinken und mit leichtem Zupfen kurbelt er sie wieder ein – immer in der Hoffnung, dass einer angebissen hat. Besonders erfolgreich wird die Ausbeute bei mäßigem Wetter und einem Wind, der die Fische in Richtung Ufer treibt. Ab Nachmittag bis in die frühen Abendstunden wird am Obereiderhafen am meisten geangelt und gefangen, weiß Danklefsen „Ab 16 Uhr wird es hier richtig voll“, sagt er. Dann haben die meisten Leute Feierabend und sammeln sich allmählich an der Obereider. Mit häufig nur einem Abstand von eineinhalb Metern zwischen den Anglern wird sich an der Kaimauer postiert.

Aber Vorsicht: Geangelt werden darf nur mit gültigem Angelschein. Am Nord-Ostsee-Kanal muss eine zusätzliche Erlaubnis vorhanden sein. Mit Beginn der Heringssaison wird auch verstärkt kontrolliert.

Wenn am Abend die Sonne langsam über Rendsburg untergeht, packt auch Erwin Danklefsen Eimer und Angel wieder ein und fährt mit dem Fahrrad nach Hause. Dort wird dann der frisch gefangene Fisch geräuchert, sauer eingelegt oder gleich frisch in der Pfanne gebraten. „So schmecken mir die Heringe am allerbesten.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen