zur Navigation springen

Hohn : Hercules statt Transall: Neue Initiative für Hohn

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rendsburgs Bürgermeister will Fliegerhorst über das Jahr 2021 hinaus sichern / Hilfe vom Innenminister

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2016 | 09:30 Uhr

Hoffnungsschimmer für den Fliegerhorst Hohn: Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast hat eine Initiative gestartet, um den Standort über das Jahr 2021 hinaus zu erhalten. Sein Vorschlag: Nach der Ausmusterung des Transportflugzeugs C-160 Transall soll die C-130 Hercules auf dem Nato-Flugplatz stationiert werden. Gilgenast reagiert damit auf Überlegungen der Luftwaffe, den amerikanischen Flugzeugtyp als Ergänzung zum europäischen Militärtransporter A400M anzuschaffen. Hohn wäre aus seiner Sicht ein für die Hercules bestens geeigneter Standort.

Rendsburgs Bürgermeister hat einen prominenten Mitstreiter für seine Initiative gewinnen können: Innenminister Stefan Studt. Dieser schickte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch einen Brief. „Ich bitte Sie, für den Fall der Beschaffung von Flugzeugen des Typs C-130 Hercules den Fliegerhorst Hohn auch über das Jahr 2021 weiter zu betreiben“, heißt es darin. Studt fordert die Ministerin auf, dem LTG 63 auf diese Weise eine sichere Zukunft „und uns in der Region Rendsburg eine Perspektive mit und für unsere Bundeswehr zu geben.“

Erst Anfang Dezember 2015 hatte das Bundesverteidigungsministerium entschieden, die ursprünglich für Ende 2018 vorgesehene Auflösung des LTG 63 um drei Jahre auf Ende 2021 zu verschieben. Damit zog Berlin die Konsequenzen aus den Lieferschwierigkeiten beim A400M. Die Transall muss länger durchhalten, um die Transportkapazitäten der Luftwaffe sicherzustellen. Zudem hat sich herausgestellt, dass der seit 2003 entwickelte Militärtransporter von Airbus nicht so flexibel eingesetzt werden kann wie die seit 1968 in Hohn stationierten Transall-Maschinen. Die A400M ist für manche Pisten in Krisengebieten zu breit und zu schwer. Daher wäre ein kleinerer fliegender Lastesel erforderlich. Und hier kommt die C-130 Hercules des Herstellers Lockheed ins Spiel. Die Grundkonstruktion stammt zwar aus den fünfziger Jahren und ist damit zehn Jahre älter als die der Transall. Aber im Gegensatz zum „Engel der Lüfte“, wie die Transall wegen ihrer zahlreichen Rettungs- und Hilfseinsätze genannt wird, wurde die Hercules stets modernisiert und wird noch heute gebaut. Luftwaffen-Inspekteur Karl Müllner hält einen Kauf für denkbar. Es geht um bis zu zehn Maschinen.

Sollte es dazu kommen, wäre es für Bürgermeister Pierre Gilgenast logisch, die Hercules in Hohn zu stationieren. Denn die mögliche Alternative – Landsberg am Lech mit dem dort beheimateten LTG 61 – wird bereits Ende 2017 aufgelöst. Das heißt: Ab 2018 sind die Flieger aus Hohn der einzige Verband in Deutschland, der propellergetriebene Militärtransporter wie die Transall fliegt und wartet. Damit dürfte auch das Know-How für den Betrieb der Hercules vorhanden sein. Diese wird ebenfalls von Propellern angetrieben, jedoch im Gegensatz zur zweimotorigen Transall von vier Turboprop-Triebwerken.

Aus Hohn klingt durch, dass man sich über die Initiative des Bürgermeister und die Unterstützung des Innenministers sehr freut. Der Chef des Verbands gibt sich jedoch bedeckt. Oberst Hartmut Zitzewitz, Kommodore des LTG 63, sagt, dass er aus der Zeitung von den Überlegungen zum Kauf der Hercules erfahren habe. Er bestätigt, dass der amerikanische Flugzeugtyp in Hohn starten und landen kann. Mehrfach seien Hercules-Maschinen auf dem Fliegerhorst zu Gast gewesen. Der nächste Besuch ist für den „Tag der Bundeswehr“ am Sonnabend, 11. Juni, geplant. Es wird nicht nur die Hercules erwartet, sondern auch die A400M. Die 1200 militärischen und zivilen Mitarbeiter erwarten 20  000 Besucher.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen