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Hilfsaktion : Helfende Hände für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Flüchtlinge und Asylbewerber im Amt Hüttener Berge sollen in Zukunft besser integriert werden. Dafür soll ein neuer Beirat sorgen. Das Motto lautet: „Jede helfende Hand ist wichtig.“

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erstellt am 26.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Einige kommen mit dem Bus. Aber viele haben sich zu Fuß auf den Weg gemacht. Frauen, Kinder und Männer. Schwangere, Alte und Gebrechliche. Oft besitzen die Menschen, von ein paar Plastiktüten abgesehen, nur noch das, was sie am Leib tragen. Nun stehen die Flüchtlinge in den Auffanglagern. Furcht und Entbehrung sind den Hilflosen ins Gesicht geschrieben. Auch Hunger und Durst plagen die Opfer von Krieg und Vertreibung. So beschreiben Helfer den Alltag in den Krisengebieten der Welt. Flucht ist oft der einzige Ausweg aus der Not.

„Die Menschen, die zu uns kommen, haben alles verloren und brauchen dringend Unterstützung.“ Mit diesem Appell wenden sich die Mitglieder des neu gegründeten Flüchtlingsbeirates des Amtes Hüttener Berge an die Öffentlichkeit. Hintergrund ist die Tatsache, dass das Amt in den nächsten Tagen und Wochen die Zuweisung von weiteren 28 Asylbewerbern erwartet, für die sowohl Wohnraum als auch die Betreuung gewährleistet sein muss. 22 Flüchtlinge sind bereits in öffentlichen Unterkünften in Owschlag, Damendorf, Ramsdorf und in privaten Wohnungen untergebracht.

Die Lage spitzt sich zu. „Seit Jahren nehmen wir Flüchtlinge auf. Das ist für uns nichts Neues“, sagt Owschlags Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer, die den Vositz des Flüchtlingsbeirates übernommen hat. „Aber die Zahl der Menschen, die im Amt Hüttener Berge eine neue Heimat bekommen sollen, ist dramatisch gestiegen.“ Das sei nicht mehr vergleichbar mit den bisherigen Erfahrungen.

„Der Zuwachs beträgt 138 Prozent“, weiß Klemens Ziemann, Fachdienstleiter im Amt Hüttener Berge. Im vergangenen Jahr wurden 21 Asylbewerber, Flüchtlinge sowie Spätaussiedler in dieser Region aufgenommen. In diesem Jahr werden es 50 Personen sein. Im gesamten Kreisgebiet stieg die Zahl in einem Jahr von 450 auf 820 Menschen. Diese Verschärfung der Unterbringungs- und Betreuungssituation hat dazu geführt, dass der Flüchtlingsbeirat ins Leben gerufen wurde. Die Mitglieder, die sich aus Privatpersonen, Vertretern der Gemeinden, Kirchengemeinden und der Verwaltung zusammensetzt, wollen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien eine neue Willkommenskultur schaffen. Das Leitthema lautet: „Jede helfende Hand ist wichtig.“

„Wir brauchen den Flüchtlingsbeirat, um die Integration der Asylbewerber zu leben“, sagt Amtsdirektor Andreas Betz. Die Wohnraumbeschaffung und Finanzierung der Hilfe sei in erster Linie Aufgabe der Verwaltung. Für die engagierten Helfer im Beirat, die ihre Ziele in einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 3. September, im Damendorfer Dörpshus (19.30 Uhr) vorstellen wollen, steht dagegen der humanitäre Aspekt im Vordergrund. Die neuen Nachbarn, die aus Tschetschenien, Syrien, Irak oder Afghanistan stammen, sollen sich nicht als Fremdkörper fühlen. „Die ankommenden Menschen sollen vielmehr lernen, sich in unserer Welt zurechtzufinden, damit ihnen ein selbstständiges Leben ermöglicht wird.“

„Es geht um die kleinen Herausforderungen im Alltag“, beschreibt Klemens Ziemann die ehrenamtlichen Aufgaben der „helfenden Hände“ bei der Integration der neuen Mitbürger. Zum Beispiel könnten die Freiwilligen mit den Familien aus der Fremde einen Ausflug an den Strand machen, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen, Busfahrpläne übersetzen, den Kleinsten den Weg zum Kindergarten zeigen oder Deutsch-Vokabeln mit den Neuankömmlingen üben. Erfahrungsgemäß funktioniere das Kennenlernen auch, wenn die Flüchtlinge sich noch nicht auf Deutsch verständigen können. „Sprache muss kein Hindernis für die Kontaktaufnahme sein. Das geht oft besser als gedacht.“

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