Kropp : Heizungsausfall: Eis an den Fenstern im Ostlandkamp

Der gesamte Wohnblock im Ostlandkamp ist betroffen.
Der gesamte Wohnblock im Ostlandkamp ist betroffen.

In einem Wohnblock in Kropp fallen immer wieder Heizung und Warmwasser aus. Ein Mieter geht auf die Barrikaden.

shz.de von
28. Januar 2015, 17:54 Uhr

Ohne Heizdecken, Wärmflaschen, dickes Bettzeug und Heizlüfter hätten einige Kropper in den letzten zwei Monaten nicht in ihren vier Wänden bleiben können: In einem Wohnblock im Ostlandkamp fallen seit Dezember immer wieder die Heizung und das Warmwasser aus. „Gerade letzte Woche gab es einen Komplettausfall von Mittwoch bis Freitagnachmittag“, berichtet ein dort lebender Familienvater. Im Dezember gab es nach seiner Aussage insgesamt vier Ausfälle, im Januar bisher fünf – manchmal über mehrere Tage hinweg. Betroffen sind jedes Mal 16 Wohnungen in dem Block. „Hier leben Familien mit Babys und Kindern und viele alte Leute. Die alten Bewohner laufen meistens mit Wolldecken um die Schultern herum.“

Das Problem ist offenbar nicht neu: Als die fünfköpfige Familie im August des vergangenen Jahres ihre Wohnung bezogen hat, berichteten Hausnachbarn schon von den Ausfällen. „Wir mussten aus unserer alten Wohnung wegen Schimmelbefalls dringend ausziehen und waren froh, dass wir auf die Schnelle etwas anderes gefunden haben.“ Schon im Herbst gab es dann die ersten Ausfälle, die „aber nicht so schlimm waren, weil es noch nicht so kalt war und alles schnell wieder funktionierte.“ Behoben wurde das Problem allerdings vor dem Winter nicht. „Wenn die Heizung jetzt nicht funktioniert, beauftragt der Hausmeisterservice lediglich einen Mitarbeiter, auf einen Notknopf zu drücken. Dann läuft der Brenner erstmal wieder. Wie lange, kann man aber nicht sagen, manchmal nur eine Stunde lang. Es werden zwar einzelne Teile ausgetauscht, aber nicht die Ursache des Problems bearbeitet.“

Der Mieter, dessen Name der Redaktion bekannt ist, will sich das nicht gefallen lassen. Immer wieder hat er versucht, Kontakt mit der Hausverwaltung aus Hamburg und dem Hausmeisterservice aus Kropp aufzunehmen. Bei letzterem hat der Baumaschinenführer mittlerweile Hausverbot, Anrufe werden nicht angenommen. „Die Hausverwaltung hat mir außerdem ein Heizungsraumverbot ausgesprochen“, berichtet der 40-Jährige.

Da keine Besserung in Sicht ist, lässt er sich nun von einem Anwalt beraten, ob eine Mietminderung möglich ist, und welche weiteren Schritte ihm offen stehen. „Der Ostlandkamp ist der soziale Brennpunkt Kropps. Wir sind keine Millionäre, aber auch nicht der Abschaum der Bevölkerung“, so der Mann, der den Gesamtzustand der Immobilie kritisiert. „Die Fenster sind alt und es zieht überall durch. Die Wände und Decken sind nicht isoliert. Es wird weder modernisiert noch saniert. Hier wird kein Geld reingesteckt. Und das, obwohl die Warmmiete mit 700 Euro für knapp 80 Quadratmeter recht hoch ist.“ Um trotz Minusgraden und Heizungsausfall in der Wohnung bleiben zu können, hat er letzte Woche das Wohnzimmer mit einem Heizlüfter auf eine erträgliche Temperatur erwärmt. In der Küche ließ er den Backofen bei geöffneter Klappe laufen. Die Fenster in den Kinderzimmern hat er mit dicken Sofakissen provisorisch isoliert. Trotzdem: „Letzte Woche hatten wir Eis an den Innenseiten der Fensterscheiben.“ Auf eine warme Dusche musste die Familie ebenso verzichten. Wasser für die Haarwäsche hat der Kropper im Wasserkocher erhitzt, „ansonsten mussten wir uns in dieser Zeit mit einer Katzenwäsche begnügen“.

Die zuständige Verwaltungsgesellschaft Egge-Immobilien aus Hamburg spricht von einem Problem, das seit November oder Dezember immer wieder auftritt. Es werde natürlich der zuständige Werkskundendienst beauftragt, der allerdings den Fehler nicht findet. „Wir sind unseren Pflichten immer nachgekommen“, heißt es.

Sollte sich die Situation nicht grundlegend ändern, ist ein erneuter Umzug die einzige Alternative für die Familie.

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