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Nortorf : Heiße Diskussion um die neue Drehleiter

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Freiwillige Feuerwehr Nortorf will Umlandgemeinden an den Kosten von 590 000 Euro für eine neue Drehleiter beteiligen.

von
erstellt am 13.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Die Anschaffung einer neuen Drehleiter für die Freiwillige Feuerwehr Nortorf sorgte jetzt im Hauptausschuss des Amtes Nortorfer Land für reichlich Diskussionsstoff. Die Überlegung, die Kosten von rund 390 000 Euro je zur Hälfte von der Stadt und den anderen Gemeinden des Amtes zu finanzieren, erhitzte die Gemüter.

Viele der anwesenden Mitglieder, darunter die Bürgermeister Volker Ratjen (Schülp), Hans Kaack (Brammer) und Markus Mehrens (Gnutz), betonten die Notwendigkeit der Drehleiter für das komplette Amt und sicherten ihre Unterstützung zu. Eher kritisch zeigte sich dagegen Jochen Runge (Emkendorf). Er müsse seit Jahren die Kosten für seine Wehr so niedrig wie möglich halten, notwendige Anschaffungen seien allenfalls gebraucht möglich. Er halte es für schwierig, seinen Gemeindevertretern verständlich zu machen, dass geschätzte 20 000 Euro aus Emkendorf nach Nortorf wandern, obwohl man selbst auf so vieles verzichten müsse.

Die derzeitige Drehleiter der Nortorfer Wehr wurde 2007 zum Zeitpunkt der Fusion beschafft. Auch damals gab es Überlegungen, die Umlandgemeinden mit einzubeziehen. „Das wurde dann zeitlich aber alles zu knapp. Die Kosten waren bereits von der Stadt übernommen“, erklärte Amtsdirektor Dieter Stascheweski.

Amtswehrführer Dirk Arendt bezeichnete eine Neuanschaffung als notwendig. Im Jahr 2017 werde die alte Drehleiter, die laut Arendt häufiger im Amt als in der Stadt Nortorf zum Einsatz komme, 30 Jahre alt: „In den Jahresversammlungen haben sich die Wehrführungen bereits zu 100 Prozent für eine neue Drehleiter ausgesprochen.“ Insgesamt 590 000 Euro kostet die neue Drehleiter, nach Abzug der Zuschüsse bleibe ein Eigenanteil von 390 000 Euro. Vor allem in den kleineren Gemeinden würden die Kameraden immer weniger, so Arendt. Von daher sei es wichtig, die Nortorfer Wehr bestmöglich auszustatten, um den Brandschutz im Amt sicherzustellen.

Volker Ratjen betonte: „Ich hätte ein schlechtes Gewissen, wenn die Drehleiter bei uns zum Einsatz kommt, wir uns aber nicht an den Kosten beteiligt haben.“ Der Ausschussvorsitzende Horst Krebs erklärte, dass er Argumente wie „Bei uns war die noch nie“ ohnehin nicht gelten lasse. Nach über einer Stunde Diskussion beschlossen der Ausschuss zunächst die Fakten weiter zu sammeln, um dann eine Empfehlung auszusprechen.

Die Planungen zum Neubau einer Obdachlosenunterkunft (wir berichteten) schreiten zügig voran, berichtete Peter Krey vom Amt. Für 10 000 Euro wurde eine Firma beauftragt, die alten Gebäude abzureißen. Der Kaufvertrag zwischen Amt und Stadt solle noch in diesem Jahr unterschrieben werden.

Große Probleme kämen mit den neuen Asylbewerbern auf das Amt zu, berichtete Staschewski. 26 seien es bereits in diesem Jahr, bis Ende 2014 sollen weitere 26 hinzukommen. Damit steige die absolute Zahl von 50 auf 76. Wohnraum sei zwar noch zu finden, jedoch forderte er energisch auf, dass sich Freiwillige melden möchten, die mit den betroffenen Personen beispielsweise Arztbesuche wahrnehmen, bei der Wohnungseinrichtung helfen oder ihnen die Stadt zeigen.

Um knapp 5000 Euro erhöht sich die Bereitstellung finanzieller Mittel des Amtes für die Aktiv-Region Mittelholstein im Rahmen der Förderperiode 2015 bis 2020 des „Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums“ (ELER). Die Empfehlung an den Amtsausschuss wurde einstimmig gegeben.

Die Erneuerung der Beleuchtung im Nortorfer Rathaus sei teurer, als bisher angenommen. Die Mehrkosten von gut 63 000 Euro müssten im Haushalt nachträglich bereitgestellt werden. Bislang wurden lediglich 80 000 Euro eingeplant. „Die Frage ist: Wollen wir das noch?“, betonte Staschewski. Zwar sei die Beleuchtung über 25 Jahre alt, im Flur sei sogar noch die Erstausstattung von 1972 vorhanden, doch rechnen würde sich die Investition erst in 14 Jahren. Die Mitglieder entschieden sich letztlich einstimmig dafür, die Empfehlung an den Amtsausschuss zu geben.

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