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Neue Stadtbahn-Option : Heiß auf das tote Gleis

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die vor allem aus dem Hamburger Umland bekannte AKN interessiert sich für den stillgelegten Streckenabschnitt in den Rendsburger Norden. Aus der Politik kommt das Startsignal für Verhandlungen.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 06:00 Uhr

In der seit Jahren immer wieder aufflammenden Debatte um die stillgelegte Bahntrasse in den Rendsburger Norden gibt es eine neue Option. Jetzt hat die landeseigene Eisenbahngesellschaft AKN (siehe unten) konkretes Interesse an der Übernahme des stadteigenen Anschlussgleises bekundet. Es beginnt an der sogenannten „Weiche 89“, direkt an der Grenze zu Büdelsdorf, und endet in Seemühlen-Nord. Der Bauausschuss beauftragte die Verwaltung am Dienstagabend, die Verhandlungen mit der AKN aufzunehmen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Neben der von der Verwaltung vorgeschlagenen Veräußerung, bei der die Stadt nur einmal Erlöse erzielte, soll nach dem Wunsch der Politik auch die dauerhafte Verpachtung des Gleises erörtert und deren finanzielle Auswirkung konkret beziffert werden.

Ein solches Modell könnte sich nach einer älteren Berechnung auszahlen. Schon nach knapp sechs Jahren würden sich die Ausgaben der Stadt amortisieren. Denn die Infrastruktur rund um die Haltestellen – Behördendeutsch: Verknüpfungsanlagen – muss die Kommune selbst errichten und unterhalten. Rund 180  000 Euro beträgt der voraussichtliche städtische Eigenanteil.

Nach wie vor sind drei Haltepunkte vorgesehen. Eine Änderung zu früheren Entwürfen gibt es jedoch. „Der ursprünglich auf Höhe des Gymnasiums Kronwerk nur für die Verlängerung der Regionalbahn eingeplante Haltepunkt wird nach neuesten Planungen aufgrund des Interesses von Büdelsdorf in Richtung Süden verlagert“, teilte Bauamtsleiter Frank Thomsen mit. Vorteil des Ortswechsels: Für die Bahn nach Husum wird ein zusätzlicher Haltepunkt geschaffen. Dadurch entstünde ein Halbstundentakt mit Zustieg entweder in die Bahn nach Husum oder in die Regionalbahn 75 nach Seemühlen. Vor allem die aufgewertete Hollerstraße-West mit dem Gemeinschaftlichen Wohnprojekt des Entwicklers Stefan Blau sowie das künftige Gesundheitszentrum am Rondo (Investor: Ehepaar Ahlmann, ACO), beides Büdelsdorf, dürften von einem Bahnsteig in fußläufiger Entfernung profitieren.

Die AKN erläuterte auf Nachfrage ihre Motive, warum man die Fühler nach Rendsburg ausstreckt. Der Vorstoß kam für die Politik und auch für viele um Lärmbelästigung besorgte Gleisanwohner überraschend. „Wir als AKN haben Interesse daran, unser Standbein Infrastruktur zu stärken“, sagte Sprecherin Christiane Lage-Kress. „Denn neben der Durchführung von Verkehren ist das Betreiben von regionaler Schieneninfrastruktur eine unserer Kernkompetenzen.“ Bei einem Kauf würde die AKN die Strecke nicht selbst betreiben, sie stellt das Gleis lediglich zur Verfügung. Aufgeschlossen reagierte die Sprecherin auf den Wunsch der Politik, die Verpachtung nicht aus den Augen zu verlieren. „Mögliche Optionen oder Alternativen zum Erwerb wie einer Pacht stehen wir grundsätzlich offen gegenüber, werden alle Details jedoch zunächst mit der Stadt im Rahmen der Verhandlungen besprechen.“

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