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Generalabrechnung : Heinrich Bednarz verlässt die AMW

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Als Parteiloser bleibt der ehemalige Bürgermeister Mitglied der Gemeindevertretung Meezen. Damit hat die Aktive Meezener Wählergemeinschaft (AMW) nicht mehr die absolute Mehrheit.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 17:15 Uhr

Die Aktive Meezener Wählergemeinschaft (AMW) hat nicht mehr die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung. Statt 5:4 lautet das neue Stimmenverhältnis nun 4:4:1, denn Ex-Bürgermeister Heinrich Bednarz ist sowohl aus der AMW als auch aus deren Gemeinderatsfraktion ausgetreten. Was Bednarz als persönliche „Stellungnahme zur Ausweisung von Windkrafteignungsflächen in der Gemeinde Meezen“ angekündigt hatte, mündete in eine Generalabrechnung sowohl mit den Windkraftgegnern von der „Alternativen Wählergemeinschaft“ (AWG) als auch überraschenderweise mit den eigenen Fraktionskollegen von der AMW. Nach seinem Rundumschlag will Bednarz dem Gemeinderat von jetzt an als Parteiloser weiter angehören.

„Das wird ein historischer Moment werden, so etwas hat Meezen noch nicht erlebt“, sagte Heinrich Bednarz, als er sich nach der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretersitzung zu Wort meldete – und der Ex-Bürgermeister hatte nicht zuviel versprochen. Die angekündigte Stellungnahme dürfe auf keinen Fall länger als eine Stunde dauern, mahnte Bürgermeister Karl-Friedrich Wehner. „Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche; das Dorf soll wissen, was los ist“, entgegnete Bednarz. Er habe seine Gemeinde hinsichtlich des Themas Windkraft stets „unverzüglich, vollständig und sachlich richtig informiert“, betonte Bednarz, nachdem er die terminliche Abfolge der Verfahrensschritte dargelegt hatte, die zur Aufnahme der Meezer Windeignungsfläche in den Regionalplan des Landes geführt hatten. „Ich habe den Bürgerentscheid sogar beschleunigt“, behauptete Bednarz und wandte sich an den stellvertretenden Bürgermeister Hartmut Ralf (AWG): „Du hast die Verantwortung dafür, dass der Bürgerentscheid nicht mehr berücksichtigt werden konnte! Warum habt Ihr das Bürgerbegehren so spät angeleiert?“

53,5 Prozent der Bevölkerung hatten sich am 11. November 2012 gegen die Ausweisung von Windeignungsflächen auf Meezer Gemeindegebiet ausgesprochen – fünf Tage, nachdem das Landeskabinett den neuen Regionalplan gebilligt hatte. Den Vorwurf, er sei schuld an dem nicht mehr termingerechten Bürgentscheid, lasse er nicht auf sich sitzen, sagte Bednarz: „Den Schuh zieh ich mir nicht an! Das hab ich nicht nötig!“ Nach der Feststellung, dass er bei den Kommunalwahlen am 26. Mai mit 143 Stimmen „die höchste Stimmenzahl“ erreicht habe, „die jemals ein Kandidat bei uns gekriegt hat“, ging Bednarz auch auf Konfrontationskurs mit der eigenen Partei. Bei einem Fraktionstreffen am 30. Mai sei ihm von seinen Parteifreunden „nahe gelegt“ worden, „ich solle mein Mandat im Sinne des Dorffriedens niederlegen.“ „Das hat mich fast erschlagen“, sagte Bednarz, „meine eigene Fraktion verlangt so was von mir!“ Sofort zurücktreten sollte er nicht, um die 5:4-Wahl von Bürgermeister Wehner nicht zu gefährden. Bednarz willigte nach eigenen Angaben ein, sein Mandat abzutreten – aber nur unter einer Bedingung: „Ich wollte einen ehrenvollen Abschied mit ein wenig Abstand.“ Diesen ehrenvollen Abschied hatte er sich für diese letzte Sitzung des Jahres erhofft, aber da davon nichts auf der Tagesordnung stand, habe er einen anderen Weg einschlagen müssen. Er werde sein Mandat nicht niederlegen, weil er den Nachrücker Thorsten Reimers nicht akzeptieren könne, sagte Bednarz: „Der hat die Debatte über Einheimische und Zugezogene losgetreten, und das ist eine Unverschämtheit!“ Mit sofortiger Wirkung trete er aus der AMW und auch aus der AMW-Fraktion aus, gab Bednarz bekannt. „Ich empfinde diesen Moment als einen Moment der Erleichterung, und ich werde mein Mandat behalten, so lange ich will.“

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