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Ehejubiläum : Heimliche Verlobung endet im Eheglück

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Diakone durften vor 50 Jahren während der Ausbildung keine Beziehungen zu Frauen haben. Daher verlobten sich Klaus und Anke Baumann heimlich. Jetzt feierte das Paar goldene Hochzeit.

Mit einer Hochzeitsreise ins Elbsandsteingebirge feierten Diakon Klaus Baumann und Ehefrau Anke ihr goldenes Ehejubiläum. Aber ganz auf ein Fest zu Hause in Owschlag will das Goldpaar, das sich vor 50 Jahren das Ja-Wort gegeben hat, nicht verzichten. Mit den drei Kindern, sechs Enkelkindern und zahlreichen Freunden wird die Feier nachgeholt.

Als Grundlage für die glücklichen Ehejahre beschreibt Klaus Baumann die gemeinsame Basis. Beruf, Familie und Hobbys seien ineinander übergegangen, man habe sich immer unterstützt und Interesse füreinander gezeigt.

Kennen gelernt hat sich das Paar 1961 bei dem Jahresfest des „Landesvereins für innere Mission“ in Rickling. Klaus Baumann absolvierte seine Ausbildung zum Diakon und Anke Baumann kam mit Freunden aus dem evangelischen Jugendkreis mit dem Fahrrad aus Neumünster zu dem Fest. Die beiden wurden einander vorgestellt, und es hat gleich „gefunkt“.

Da Diakone während ihrer Ausbildung keine Beziehungen zu Frauen haben durften, verlobte sich das junge Paar heimlich. Wenige Tage nach Ausbildungsende folgte die offizielle Verlobung. Seine erste Stelle als Gemeindediakon trat Baumann in Bredstedt an. Wenn die junge Verlobte aus Hamburg zu Besuch kam, wo sie den Beruf der Apothekenhelferin erlernte, musste sie im Hotel übernachten. „Das waren andere Zeiten“, sagt Anke Baumann lachend.

Am 30. August 1963 wurde in Neumünster geheiratet. Anke Baumann gab ihren Beruf auf und zog zu ihrem Mann. Ehrenamtlich unterstützte sie ihn bei der Gemeindearbeit und widmete sich der Erziehung ihrer drei Kinder. Weitere berufliche Stationen des Diakons waren Welt (Eiderstedt), Kotzenbüll und Koldenbüttel, wo er jeweils das Jugendpfarramt leitete und die Gemeinde betreute. Zusätzlich gab der Diakon Religionsunterricht an verschiedenen Schulen im Kreis.

Das gemeinsame Hobby des Ehepaares waren die Blasinstrumente. Viele spannende Reisen folgten, so besuchten die Bläser eine Missionsstätte in Tansania und musizierten mit den dortigen Posaunisten. Gäste aus aller Welt, die in der Diakonie hospitierten, waren im Hause Baumann zu Besuch. 1996 trat der Diakon aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand. Zunächst lebte das Paar für sechs Jahre in Ellingstedt, doch dann beschlossen sie, selbst zu bauen. Die Wahl fiel auf Owschlag, wo die beiden seit 2002 wohnen. „Wir suchten nach einem Ort, in dem es sich gut alt werden lässt“, berichtet Anke Baumann. „Wir fühlen uns hier sehr wohl.“ Die Blasinstrumente werden inzwischen nicht mehr so häufig herausgeholt, jetzt sind die Hobbys das Reisen und das Lesen. Klaus Baumann ist außerdem im Männergesangverein „Sangeslust“ aktiv.

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erstellt am 13.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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